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Schüsse in der Leipziger Eisenbahnstraße: Hauptverdächtiger aus U-Haft entlassen

Schüsse in der Leipziger Eisenbahnstraße: Hauptverdächtiger aus U-Haft entlassen

Nach der Schießerei in der Eisenbahnstraße vom 8. Juli ist der Hauptverdächtige seit Dienstag wieder auf freiem Fuß. Sooren O. hatte sich einen Tag nach dem Vorfall in Begleitung seines Verteidigers der Polizei gestellt und ein Geständnis abgelegt.

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Die Polizei sperrte die Eisenbahnstraße am 8. Juli 2013 nach der Schießerei ab.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die Staatsanwaltschaft stellte anschließend einen Haftantrag. Seit 10. Juli saß der 28-Jährige in einer Untersuchungszelle. Jetzt legte sein Anwalt eine Haftbeschwerde ein und hatte damit Erfolg. Die erste Strafkammer des Leipziger Landgerichts entließ den Iraner in die Freiheit.

Zwischen dem mutmaßlichen Schützen und zwei Männern aus Mazedonien (40 und 45) war  es am frühen Abend des Tattages zu einem heftigen Streit gekommen. O. soll dabei vor einem Lebensmittelladen in der Eisenbahnstraße/Ecke Hildegardstraße eine Waffe gezogen und auf seine beiden Widersacher gefeuert haben. Dabei seien die Opfer am Bein und der Hüfte verletzt worden.

Fotos von dem Vorfall in Eisenbahnstraße

Die Staatsanwaltschaft wertete den Übergriff als versuchten Totschlag. Wegen einer hohen zu erwartenden Haftstrafe erkannte die Anklagebehörde auf Fluchtgefahr. Außerdem sei O. nicht das erste Mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten, deshalb bestehe auch noch eine Wiederholungsgefahr. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht folgte im Juli dieser Argumentation und fertigte einen Haftbefehl aus.

Die Richter am Landgericht vertreten eine andere Auffassung. „Nach Bewertung der Aktenlage gibt es keinen Ansatz für einen Tötungsvorsatz“, erklärte Gerichtssprecherin Christiane Fernstedt den am Dienstag ergangenen Beschluss. O. habe gezielt auf die Beine geschossen. Dabei habe er den Tod der beiden Mazedonier keineswegs billigend in Kauf genommen.

Übergriff mit Gummigeschoss

In der Waffe, so Fernstedt, befand sich auch keine scharfe Munition, sondern ein Gummigeschoss. O. muss nach dieser Sichtweise nur mit einer Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung rechnen. Für die Strafkammer entscheidend sei aber gewesen, dass sich der Iraner freiwillig den Ermittlern gestellt habe und gerade nicht untergetaucht sei, so Fernstedt.

Auch eine Wiederholungsgefahr mochten die Richter bei der Überprüfung nicht erkennen. O. ist wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und Nötigung vorbelastet. „Das waren aber im Vergleich nur geringfügige Vorfälle“, meinte die Gerichtssprecherin. Daraus lasse sich nicht schließen, dass der 28-Jährige weitere Straftaten begehen werde.

Die zahlreichen weiteren gegen ihn vorliegenden Anklagen wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Drogenhandels dürften bei der Bewertung nicht herangezogen werden. „Solange kein Urteil vorliegt, gilt die Unschuldsvermutung“, berichtete Fernstedt.

Sooren O. gehört Ermittlern zufolge zu der Gruppe um den später untergetauchten Artur T. Er war eine der Schlüsselfiguren im Leipziger Diskokrieg von 2008. Damals hatten sich deutsche und ausländische Türsteher einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft beim Diskothekeneinlass geliefert. Hintergrund: Wer die Türen bewacht, kontrolliert auch die Drogengeschäfte in den Häusern. Damals kam in der Diskothek Mia’s ein 28-Jähriger durch einen Schuss ums Leben. Der Täter ist bis heute nicht gefasst.  

Matthias Roth

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