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Polizeiticker Leipzig Schulbus-Fahrer ändert Tour und missbraucht Mädchen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Schulbus-Fahrer ändert Tour und missbraucht Mädchen
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18:06 17.04.2018
Vor Prozessbeginn am Landgericht Leipzig: der Angeklagte Andy K., der sein Gesicht verbergen will, mit seinem Verteidiger Ingo Stolzenburg. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

„Er schämt sich für sein Verhalten“, sagt Verteidiger Ingo Stolzenburg. Sein Mandant, dem mehrfacher schwerer sexueller Missbrauch einer zwölfjährigen Schülerin vorgeworfen wird, gibt zum Prozessauftakt am Dienstag alles zu. Demnach stoppte Busfahrer Andy K. (29) auf dem Weg in eine Leipziger Förderschule an entlegenen Orten, um sich an dem Kind zu vergehen. „Er kannte das Alter des Mädchens und weiß, dass es zu seiner Inhaftierung kommen wird“, erklärt der Anwalt am Landgericht.

Opfer muss nicht mehr aussagen

Andy K., ein gelernter Bäcker, ist sich seiner Schuld bewusst. Das Reden vor Gericht überlässt der Markkleeberger seinem Verteidiger. Selbst möchte er sich nicht zu den schweren Vorwürfen äußern.

Staatsanwältin Antje Gasser lastet dem Schulbusfahrer an, zwischen Januar und Juni vorigen Jahres mehrfach seine Routen aus dem Umland nach Leipzig und zurück verändert zu haben, um mit Klara* allein unterwegs sein zu können. „Die Zwölfjährige schwärmte für ihn“, so die Staatsanwältin. Die Anklage geht von Oralverkehr in sechs Fällen sowie einer weiteren Missbrauchshandlung aus.

Aufgrund des Geständnisses muss Klara vor Gericht nicht mehr aussagen. Darüber sei die inzwischen 13-Jährige sehr erleichtert gewesen, berichtet ihre Mutter, die von der 3. Strafkammer als Zeugin angehört wird.

Offenbart hatte sich die hörgeschädigte Schülerin im Juni vorigen Jahres zunächst gegenüber einer Hortnerin. „Unsere Tochter will Rücksicht auf uns nehmen“, glaubt die Mutter. „Auch für uns ist das ein schweres Thema“, sagt die 39-jährige Büro-Angestellte.

Mädchen verletzte sich selbst

Der Vater (40) – Nebenkläger im Verfahren – zeigt sich gleichfalls erschüttert: „Für uns ist eine Welt zusammengebrochen.“ Die Schule hatte die Eltern darüber informiert, dass mit Klara etwas nicht stimme. Zumal sich auch ihre Leistungen verschlechtert hatten. Zudem fügte sich das Kind selbst Verletzungen zu, äußerte auf einem Zettel Selbstmordgedanken. Dem Vater, einem Angestellten, versagt vor Gericht die Stimme, als er darüber berichtet.

Dennoch ist ein Gutachter, der das Mädchen im August 2017 untersucht hat, der Ansicht, dass Klara infolge des Erlebten offenbar keine psychische Störung erlitten hat. Er spricht vielmehr von einer „psychischen Verunsicherung“, die von den Eltern, die er als „sehr sensibel und achtsam“ einschätzt, möglicherweise kompensiert werden könne.

Klara nimmt aber mittlerweile eine Psychotherapie wahr – ihre Eltern hoffen, dass sie auf einem guten Weg ist.

Urteil am Donnerstag

Der Vorsitzende Richter Norbert Göbel kündigte am Dienstag bereits zu Prozessbeginn für den Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe zwischen vier und viereinhalb Jahren an. Demnach müsste Andy K. noch für längere Zeit ins Gefängnis, auch wenn er ab Juni 2017 bereits drei Monate in Untersuchungshaft gesessen hat. Das Landgericht will am Donnerstag seine Entscheidung verkünden.

(*Name geändert)

Von Sabine Kreuz

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