Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Schweden trauert um in Leipzig verunglückten Saxofonisten - „Er brannte darauf, es zu tun“

Schweden trauert um in Leipzig verunglückten Saxofonisten - „Er brannte darauf, es zu tun“

Leipzig. Trauer in seiner Heimat Schweden, Ursachensuche in Leipzig: Auch drei Tage nach dem tödlichen Absturz des weltberühmten Saxofonisten Finn M.

beim Passagenfest ist noch nicht geklärt, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Schwedische Freunde und Verwandte des Fassadenkünstlers sind tief bestürzt über den tragischen Tod des 49-Jährigen.

„Wir ermitteln im Umfeld des Veranstalters und der Beteiligten“, sagte Polizeisprecherin Uta Barthel am Montag gegenüber LVZ-Online. Es werde dabei insbesondere geprüft ob eine defekte Sicherungshalterung oder ein Handhabungsfehler vorlag. Materialermüdung soll nach ersten Erkenntnissen nicht zu der Tragödie geführt haben. Konkret wollte sich Barthel jedoch nicht dazu äußern.

Am Montagvormittag fand eine Sektion der Leiche statt, bei der auch ein möglicher Alkohol- oder Drogenkonsum des Musikers überprüft wurde. Zuvor verhörte die Polizei bereits den Kollegen von M., der für die Sicherung an der Fassade zuständig war. Ergebnisse sollen jedoch erst am Dienstag bekannt gegeben werden. Auch zahlreiche Zeugen würden derzeit vernommen, so Barthel. Die Polizei bittet indes Zuschauer, die Filmaufnahmen von dem tragischen Ereignis angefertigt hätten, diese den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.

„Das ist ein Schock“

Der erfahrene Showartist Finn M. war am Freitagabend aus 20 Metern Höhe in die Tiefe gestürzt, als er sich vom Speck’s Hof abseilen wollte. Zweimal hatte er seine spektakuläre Kletterperformance, bei der er Saxofon spielend die Fassade hinunterlief, erfolgreich präsentiert. Beim dritten Auftritt gegen 22.50 Uhr löste sich plötzlich seine Sicherung. Der Schwede ruderte auf dem Balkon stehend noch mit den Armen, dann fiel er vor den Augen der geschockten Zuschauer auf den abgesperrten Gehweg in der Reichsstraße. Der Notarzt konnten nur noch seinen Tod feststellen.

„Das ist ein Schock“, sagte M.'s Künstlerkollege Joe Labero der Zeitung Expressen. Erst vor Kurzem habe er mit dem 49-Jährigen telefoniert und über eine gemeinsame Show in Deutschland gesprochen, schreibt das Blatt. „Er war wie immer voller Ideen“, berichtete der Magier, der mehrfach mit M. zusammenarbeitete. Als Vertikal-Künstler hatte dieser jahrelange Erdfahrung und seilte sich Saxfon spielend teilweise auch von über 100 Meter hohen Gebäuden ab.

 

Finn M. wusste um die Gefahr seiner Shows

„Er war ein Lebenskünstler und Musiker bis in die Fingerspitzen“, sagte seine Cousine Christina Ostberg der schwedischen Zeitung Aftonbladet. Als „einen der zehn besten Saxofonisten in der Welt“, der in Schweden jedoch fast unbekannt gewesen sei, beschreibt ihn Peter M., sein Cousin. In Deutschland – wo der 49-Jährige laut der Zeitung Expressen seit mehr als zehn Jahren lebte – und in anderen Ländern weltweit wurde er jedoch regelmäßig mit seinen spektakulären Shows gebucht. So tourte M. auch mit Künstlern wie Chaka Khan und Aretha Franklin oder dem Buena Vista Social Club.

Sein Freund und Kollege Labero sprach mit M. auch über die Gefahr seiner Klettershows. „Es war stets spektakulär, und ich sagte ihm, dass es auch gefährlich sei, sobald extreme Höhen erreicht wurden“, berichtete der Künstler. Aber M. hätte argumentiert, dass er es schon so häufig getan habe und deshalb sehr sicher sei. "Er brannte darauf, es immer wieder zu tun.“

Robert Nößler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr