Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Schwerer Übergriff im Leipziger Jobcenter: Mann schlägt mit Hammer auf Mitarbeiterin ein

Schwerer Übergriff im Leipziger Jobcenter: Mann schlägt mit Hammer auf Mitarbeiterin ein

Im Leipziger Jobcenter ist es am Dienstagvormittag zu einem brutalen Übergriff auf eine Arbeitsvermittlerin gekommen. Gegen 9.30 Uhr attacktierte ein 34-jähriger Mann eine Angestellte (52) mit einem Hammer.

Voriger Artikel
Toter im Gleisbett ist Opfer eines Gewaltverbrechens
Nächster Artikel
Leipziger Straßenbahnfahrer stirbt im Dienst auf der Karl-Liebknecht-Straße

Im Jobcenter Leipzig hat ein 34-Jähriger am Dienstag eine Mitarbeiterin mit einem Hammer attackiert und schwer verletzt (Archivfoto).

Quelle: dpa

Leipzig. Die Frau wurde am Kopf verletzt. "Wie schwer, können wir derzeit noch nicht sagen", so Polizeisprecher Michael Hille.

Der Täter hatte der Jobcenter-Mitarbeiterin schon mehrfach massiv gedroht. "Deshalb hatte er auch Hausverbot", sagte Hermann Leistner, Sprecher der Arbeitsagentur. "Es ist ihm gelungen, sich mit dem Hammer an der Security vorbeizuschleichen."

Im Büro der Arbeitsvermittlerin habe der Arbeitslose sofort auf die Frau eingeschlagen. Ein Mann, der vor dem Zimmer auf seinen Termin wartete, sei wegen des Lärms in das Büro gestürmt und habe den Angreifer fixiert. "Das hat der Frau möglicherweise das Leben gerettet", so Leistner. Der Agentursprecher sprach vom bisher schwersten Zwischenfall im Leipziger Jobcenter in der Georg-Schumann-Straße.

Agentur-Vize Alt reagiert betroffen - "nie hundertprozentige Sicherheit"

Mit Betroffenheit reagierte Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, auf den  Übergriff. „Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen. Ich wünsche der Kollegin natürlich an erster Stelle, dass sie sich von dem Angriff vollkommen erholt", sagte Alt der LVZ. Er nehme die Sicherheit der Mitarbeiter in den Jobcentern sehr ernst. Gab aber zu bedenken: „Es wird nie eine hundertprozentige Sicherheit geben, nie eine Garantie, die gewalttätige Übergriffe dauerhaft ausschließt."

Zu unterschiedlich seien die Rahmenbedingungen und die Gegebenheiten vor Ort. „Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten: Wir verschanzen uns hinter Panzerglas und machen die Jobcenter zu Hochsicherheitstrakten oder wir sind ein offenes Haus, in dem wir uns den Menschen zuwenden." Er möchte nicht in einem Land leben, so der BA-Vize weiter, in dem sich Behörden vor den Bürgern abschotten müssten. „Wir verstehen uns als Berater und Dienstleister für unsere Kunden und wollen das auch bleiben. Meine Überzeugung ist, dass Kommunikation das beste Mittel gegen Gewalt ist."

dpa234aa99fa41334487606.jpg

Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit.

Quelle: dpa

Alt, der bei der Bundesagentur für die Grundsicherung für Arbeitssuchende (Arbeitslosengeld II) zuständig ist, sagte weiter: „Es kann und darf nicht sein, dass Angst das Tagesgeschäft in den Jobcentern bestimmt." Der Alltag sieht anders aus. „Die Regel ist, dass bei jährlich über 20 Millionen Kundenkontakten die Gespräche in den Jobcentern in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts stattfinden. Die bedauerliche Ausnahme sind verbale Attacken oder Handgreiflichkeiten."

Menschen, die in die Jobcenter kommen, stünden oft mit dem Rücken an der Wand. „Das wissen alle Mitarbeiter. Umso wichtiger ist es, ein Gefühl füreinander zu bekommen, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen."

Frank Döring / Andreas Dunte

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr