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Sechs verletzte Jugendliche bei Streit in Leipziger Flüchtlingsunterkunft

Massiv eskaliert Sechs verletzte Jugendliche bei Streit in Leipziger Flüchtlingsunterkunft

Bis zu 20 Bewohner gingen in einer Leipziger Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge mit Bettlatten und sogar Messern aufeinander los. Das bestätigte die Polizei auf Anfrage der LVZ. Sechs Jugendliche wurden verletzt.

Polizeiticker (Symbolbild)
 

Quelle: dpa

Leipzig. Es war die wohl bisher schwerste Auseinandersetzung in der Gemeinschaftsunterkunft für unbegleitete, minderjährige Asylbewerber in der Connewitzer Prinz-Eugen-Straße: Bis zu 20 Bewohner gingen am Donnerstagnachmittag mit Bettlatten und sogar Messern aufeinander los, bestätigte die Polizei auf Anfrage der LVZ. Sechs Flüchtlinge wurden dabei verletzt.

Es war gegen 13.30 Uhr, als ein Heim-Betreuer bei der Polizei Alarm schlug. Nach ersten Erkenntnissen war ein zunächst verbal geführter Streit massiv eskaliert. Plötzlich prügelten zehn bis 20 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren aufeinander ein. Wie viele Bewohner unmittelbar daran beteiligt waren oder nur dabeistanden, wird noch ermittelt. Laut Polizei handelte es sich um Flüchtlinge aus Eritrea auf der einen und Afghanen auf der anderen Seite. Fünf Eritreer und ein Afghane wurden verletzt – wie schwer, konnte die Polizei noch nicht sagen.

Polizei und Rettungskräfte im Einsatz

Mehrere Funkstreifenwagen der Polizei fuhren zum Tatort, sogar Diensthunde kamen zum Einsatz. Auch zahlreiche Rettungswagen waren vor Ort. Beamte schilderten die Stimmung als äußerst aggressiv. Den Einsatzkräften gelang es zunächst, die Massenschlägerei zu beenden. Nach immerhin anderthalb Stunden konnten erste Kräfte wieder abgezogen werden.

Allerding flammte abends erneut ein Streit in der Flüchtlingsunterkunft auf. Die Polizei bemühte sich zudem in Absprache mit der Ausländerbehörde, die Konfliktparteien auf unterschiedliche Unterkünfte zu verteilen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Zu Festnahmen kam es zunächst nicht. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zu einzelnen Tatverdächtigen dauern an.

In den vergangenen Monaten war es in der Unterkunft, in der seit August 2015 unbegleitete, minderjährige Ausländer leben, immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern unterschiedlicher Nationalitäten gekommen. Dabei war im Juni 2016 sogar eine Betreuerin (49) attackiert und verletzt worden, als sie einen Streit zwischen zwei 16-Jährigen aus Afghanistan und Gambia um Zigaretten schlichten wollte.

Von Frank Döring

Leipzig, Prinz-Eugen-Straße 51.301591 12.379327
Leipzig, Prinz-Eugen-Straße
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