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Serbe muss nach Geiselnahme in Dölzig bei Leipzig in U-Haft

Fluchtgefahr Serbe muss nach Geiselnahme in Dölzig bei Leipzig in U-Haft

Der Geiselnehmer aus Dölzig sitzt in Untersuchungshaft. Aus Angst vor seiner Abschiebung hatte sich der 28-jährige Serbe am Donnerstag mehr als vier Stunden lang in einer Wohnung verbarrikadiert und dabei auch ein Kind als Geisel genommen.

Erst nach mehr als vier Stunden konnte die Geiselnahme in Dölzig beendet werden.
 

Quelle: Kempner

Leipzig/Schkeuditz.  Der 28-Jährige, der sich am Donnerstag aus Angst vor seiner Abschiebung stundenlang in seiner Wohnung im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig verbarrikadierte, sitzt in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter entschied, den vorliegenden Haftbefehl gegen den aus Serbien stammenden Mann wegen gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchs in Vollzug zu setzen. Grund sei Fluchtgefahr, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, am Freitag gegenüber LVZ.de. Auch der 39-jährige mutmaßliche Komplize aus Albanien, mit dem der Mann Ende März in ein Dölziger Einfamilienhaus eingebrochen sein soll, kam in U-Haft.

Die Geiselnahme hatte den kleinen Ort nordwestlich von Leipzig am Donnerstag stundenlang in Atem gehalten. Während sich der Albaner von LKA-Beamten verhaften ließ, verschanzte sich der Serbe bei der geplanten Festnahme gegen 6 Uhr in der Frankenheimer Straße und nahm dabei auch einen Säugling als Geisel. Erst gegen 10.30 Uhr gab er auf, nachdem ihm in zähen Verhandlungen garantiert wurde, dass keine Abschiebung geplant sei. Der unbewaffnete Mann ließ sich schließlich widerstandslos festnehmen.

In Dölzig verschanzte sich ein 28-Jähriger in seiner Wohnung, um sich seiner Festnahme zu entziehen. Erst nach stundenlangen Verhandlungen gab der Mann auf.

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Ausweisung ist nicht ausgeschlossen

Wegen der Verbarrikadierung werde nun ein weiteres Verfahren gegen den 28-Jährigen wegen Bedrohung, Nötigung oder auch Geiselnahme geprüft, sagte Schulz. „Dazu müssen noch die Berichte der Beamten ausgewertet werden“, so der Oberstaatsanwalt. Nach der Festnahme wurde auch die Erdgeschosswohnung durchsucht. Was dabei gefunden wurde, gaben die Behörden nicht bekannt. Gänzlich ausgeschlossen sei eine Abschiebung nicht, stellte Schulz am Freitag klar. „Ein Strafverfahren kann auch zu einer Ausweisung führen.“ Dies sei letztlich Sache der Ausländerbehörde, welche auch am Donnerstag vor Ort war.

Wegen des Einbruchs droht dem Duo bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Die Staatsanwaltschaft begründete die Fluchtgefahr mit der empfindlichen Strafe und dem Fakt, dass beide Männer keinen Lebensmittelpunkt in Deutschland haben. „Sie hätten jederzeit die Möglichkeit, sich dem Strafverfahren zu entziehen“, so Schulz.

„Solche Situationen können immer eskalieren“

Der ausländerrechtlicher Status der Männer blieb am Freitag jedoch unklar. Ob sie in ihren Heimatländern vorbestraft sind, soll nun geprüft werden. Zur Polizeitaktik wollte sich der Staatsanwalt nicht äußern. „Solche Situationen können immer eskalieren, ob bei Räumungen, Durchsuchungen oder Festnahmen. Grundsätzlich ist das Sache der Polizei“, so Schulz.

Von Robert Nößler

Dölzig, Frankenheimer Straße 51.350064 12.221207
Dölzig, Frankenheimer Straße
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