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Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten in Leipzig reißt nicht ab

Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten in Leipzig reißt nicht ab

Die Anschlagsserie auf Fahrkartenautomaten von Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) und Deutscher Bahn (DB) reißt nicht ab: Erst am Dienstag sprengten Unbekannte an einer Straßenbahnhaltestelle der Linie 16 in der Messe-Allee ein Gerät.

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Seit Ende vorigen Jahres wurden in Leipzig und im Umland zahlreiche Fahrkartenautomaten von Dieben gesprengt. Grafik: Patrick Moye

Quelle: lox

Leipzig. Bislang gehen die Ermittler davon aus, dass die Täter dort wie auch schon zuvor in einigen Fällen Pyrotechnik einsetzten.

"Die Front des Automaten wurde komplett abgesprengt", so Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Die Geldkassette sei verschwunden. Die LVB beobachten die Anschläge ihrem Sprecher Marc Backhaus zufolge "mit großer Besorgnis". Das Unternehmen hoffe, dass "polizeiliche Ermittlungen schnell zum Erfolg führen".

Seit Ende 2014 gibt es gleich mehrere gravierende Fälle in Leipzig und Umgebung (siehe Grafik). So führten Explosionen allein am ersten Januar-Wochenende zur völligen Zerstörung von drei Automaten: Dabei handelte es sich um ein LVB-Gerät in der Prager Straße, Höhe Russenstraße. Des Weiteren kam es zu zwei Detonationen an den S-Bahn-Stationen Miltitzer Allee und Ludwigsburger Straße in Grünau (die LVZ berichtete). Außerdem werden die Automaten immer wieder auch Ziel blinder Zerstörungswut.

"Wir hatten in den fünf Wochen in diesem Jahr elf Vorfälle", teilte LVB-Sprecher Backhaus gestern auf Anfrage mit. Vier Automaten davon waren Totalschäden. Gesamtschaden: 150 000 Euro. "Im letzten Jahr hatten wir 55 Vorfälle, davon neun Totalschäden und eine Gesamtschadenssumme von 343 930 Euro." Der Stehlschaden sei vergleichsweise sehr gering und stehe dazu in keinem Verhältnis, so Backhaus weiter. Die irreparabel zerstörten Geräte könnten derzeit in der Regel nicht ersetzt werden.

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Quelle: Patrick Moye

Laut Deutscher Bahn liegt die Zahl der Aufbrüche von Fahrkartenautomaten in Sachsen "in den letzten beiden Jahren konstant im unteren zweistelligen Bereich". Der Sachschaden sei regelmäßig um ein Vielfaches größer als das erbeutete Geld. "Der Ersatz eines zerstörten Automaten kostet etwa 30 000 Euro", so ein Bahn-Sprecher. Das Unternehmen geht jetzt in die Offensive: "Zum Schutz leeren wir die Automaten öfter und intensivieren die Bestreifung und Überwachung. Damit ist eine Manipulation zunehmend riskant für die Täter, zugleich ist die mögliche Beute nur minimal." Zudem werde künftig eine technische Lösung die DB-Apparate mit modernster Technik schützen. "Von außen unsichtbar sorgen dann Farbpatronen im Inneren des Automaten dafür, dass bei einem Aufbruch mit hohem Druck Farbe in die Geldbehälter versprüht wird. Damit werden die Geldscheine unbrauchbar und der Aufbruch völlig sinnlos", so ein Sprecher.

Derweil wollen die LVB, die über 155 stationäre Automaten mit Alarmsicherung verfügen, ab 2016 schrittweise Altgeräte ersetzen. Das Beschaffungsprogramm dazu starte in den nächsten Monaten, sagte Backhaus. Alle Standorte und die Anzahl würden geprüft, gleichzeitig besonders sichere Standorte wie in Sparkassenfilialen oder im Energie-Umwelt-Zentrum der Stadtwerke gesucht. Die Geräte stünden dann nur zu den Öffnungszeiten zur Verfügung, seien aber vor Vandalismus geschützt.

Aktuell konnte die Polizei noch keinen Täter fassen, so Sprecher Uwe Voigt. Nur in einigen Fällen seien diese an die Geldkassette gelangt. Aufgeklärt worden sei aber eine Serie länderübergreifender Anschläge, bei der auch die Region Leipzig besonders stark betroffen war. Der Täter, ein 33-jähriger Geraer, wurde 2014 am Landgericht Darmstadt zu vier Jahren Haft verurteilt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2015

Sabine Kreuz

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