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Polizeiticker Leipzig Serie von Laubenbränden in Leipzig: Angeklagter ist alkoholkrank
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Serie von Laubenbränden in Leipzig: Angeklagter ist alkoholkrank
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22:00 14.12.2016
Der Prozess am Amtsgericht wird erst fortgesetzt, wenn ein psychiatrisches Gutachten vorliegt. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Er hatte selbst am frühen Mittwochmorgen schon zwei Bier getrunken, um den Prozessauftakt zu überstehen: Einem 42-jährigen Leipziger wird wegen Brandstiftung in drei Fällen am Amtsgericht der Prozess gemacht.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll Rinco M. über einen größeren Zeitraum mehrfach in Kleingartenanlagen gezündelt haben. So legte er laut Anklage am 16. November 2011 in der Zeit zwischen 0.40 und 3.40 Uhr in der Sparte „Zum Hasen“ an der Nimrodstraße Feuer in einer Gartenlaube. Das Gebäude brannte vollständig nieder, ein zweites Gartenhäuschen wurde durch übergreifende Flammen beschädigt. Schaden allein hier: 13 460 Euro.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2011 war Rinco M. erneut in der Anlage in Knautkleeberg-Knauthain unterwegs, so die Staatsanwaltschaft. Gegen 10.10 Uhr soll er in einer Laube einen Fernseher angezündet haben. Auch hier richteten die Flammen erheblichen Schaden an: Von rund 10 000 Euro ist die Rede.

Dann macht die Anklageschrift einen großen Sprung: Der dritte Fall, der Rinco M. zur Last gelegt wird, ereignete sich am 10. Juli 2015 gegen 1.30 Uhr in der Kleingartenanlage „An der Dammstraße“ in Schleußig. Hier ging ebenfalls eine Laube in Flammen auf, der Gesamtschaden wird auf rund 17 000 Euro beziffert.

Der Angeklagte wollte sich zum Prozessauftakt nicht zu den Tatvorwürfen äußern, erklärte sein Verteidiger Ingo Stolzenburg. Nach der Anklageverlesung zogen sich die Verfahrensbeteiligten zu einem Rechtsgespräch zurück, um außerhalb der Öffentlichkeit prozessuale Fragen zu diskutieren. Das Ergebnis dieser internen Unterredung: Ein Facharzt soll zunächst ein psychiatrisches Gutachten über den Angeklagten erstellen.

Denn Rinco M. ist eigenen Angaben zufolge seit jungen Jahren alkoholabhängig und auch aktuell so krank, dass er sogar einen gesetzlichen Betreuer hat, der auch an dem Prozess teilnimmt. Eine Alkoholsucht kann entscheidend sein für die Frage, ob ein Angeklagter schuldunfähig ist oder nicht. Somit pausiert der Prozess bis zum Vorliegen des Gutachtens. Ein neuer Verhandlungstermin für 2017 steht noch nicht fest.

Von Frank Döring

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