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Sex-Täter gesteht Treffen mit Kindern in Leipziger Abrisshäusern

Prozess am Landgericht Sex-Täter gesteht Treffen mit Kindern in Leipziger Abrisshäusern

Er war erst im Oktober 2014 wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, da machte er sich schon wieder an Kinder ran: Andreas K. (44) hat am Mittwoch zum Prozessauftakt am Landgericht gestanden, sich regelmäßig mit zwei Jungs (10, 11) in Abrisshäusern oder Herrentoiletten getroffen zu haben.

Am Landgericht wird der Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs in zwölf Fällen verhandelt.
 

Quelle: LVZ

Leipzig. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten schweren sexuellen Missbrauch in insgesamt zwölf Fällen vor. Zwischen Juli 2015 und Januar 2016 soll Andreas K. die beiden Schüler Dennis und Kevin (*) missbraucht und ihnen dafür ein kleines Taschengeld gegeben haben. Anfangs habe er ihnen die Füße massiert und dabei auch die Zehen geleckt. Zumindest Letzteres werde als sexuell motivierte Straftat angesehen, hieß es. Zudem habe Andreas K. ihre getragenen Socken gekauft. Dafür bekamen die Jungen jeweils zwei Euro. Später soll er in einer Toilettenkabine im einem Einkaufszentrum in Lindenau für fünf Euro bei mehreren Treffen auch Oralverkehr an ihnen vollzogen haben.

Doch dies bestritt der Beschuldigte vehement. „Es ging immer nur um Socken und Füße, das fand ich befriedigend, keine Ahnung wo das herkommt“, beteuerte Andreas K. „Oralverkehr gab es nicht.“ Er habe sich immer samstags mit den Jungs getroffen, berichtete der Angeklagte. Da habe er die Einkäufe für sich und seine Mutter erledigt, die Woche über war er arbeiten. Beim ersten Mal – laut Andreas K. erst Ende September 2015 und nicht bereits im Sommer, wie es in der Anklage heißt – habe er Dennis in Lindenau angesprochen, ob er Lust habe, mit ihm in einem Abrisshaus herumzustöbern. Als er auf dem Weg dorthin ankündigte, ihm die Füße massieren zu wollen, sei der Junge einverstanden gewesen. „Beim Lecken habe ich ihn gefragt, wie er das findet, da sagte er, ein bisschen eklig.“

Zu einem der nächsten Treffen habe er dann auch Kevin kennengelernt. Mehrfach waren sie in baufälligen Häusern im Bereich Georg-Schwarz-Straße/Rinckartstraße. „Als es dann kälter wurde, habe ich sie gefragt, ob sie auch mit auf die Toilette kommen würden“, sagte Andreas K. Dort schnappte am 30. Januar auch die Falle zu, die Kevins Eltern ihm gestellt hatten. „Mein Sohn hat uns erzählt, dass ihm ein Mann für Geld die Füße massiert“, berichtete seine Mutter vor Gericht. Der Junge habe psychische Probleme, sei auch zwei Jahre in einer betreuten Wohngemeinschaft gewesen. Als er sich wieder mit dem Mann traf, beobachteten die Angehörigen alles, überraschten Andreas K. mit dem Jungen schließlich in der WC-Kabine. „Er hat mir auch erzählt, dass der Mann für fünf Euro Oralverkehr machte“, so die Mutter, „das würde er nicht sagen, wenn es nicht stimmen würde.“

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit unterzog das Gericht beide Jungen einer audiovisuellen Vernehmung, um ihnen die Begegnung mit dem Angeklagten im Gerichtssaal zu ersparen. Für den Prozess hat die 3. Strafkammer noch zwei Verhandlungstermine in der kommenden Woche geplant. In einem weiteren Anklagepunkt geht es dabei auch um den Besitz jugendpornografischer Magazine. (* Namen der Kinder geändert)

Von Frank Döring

Leipzig 51.339695 12.373075
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