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Sexuelle Übergriffe auf Frauen in Leipzig – Täter will Bewährung

Prozess am Landgericht Sexuelle Übergriffe auf Frauen in Leipzig – Täter will Bewährung

Das Leipziger Landgericht blieb eisern: Es versagte am Montag einem 23-jährigen Angeklagten, der 2016 in der City gleich mehrere Mädchen und junge Frauen sexuell belästigt hatte, Bewährung. Es bestehe sowohl Flucht- als auch Wiederholungsgefahr.

Sexuelle Übergriffe in Leipzig – ein Fall für das Landgericht.
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Das Leipziger Landgericht blieb eisern: Es versagte am Montag einem 23-jährigen Angeklagten, der 2016 in der City gleich mehrere Mädchen und junge Frauen sexuell belästigt hatte, Bewährung. Es bestehe sowohl Flucht- als auch Wiederholungsgefahr. Mirza B. sei unter Alkohol „in widerwärtiger Weise außer Kontrolle geraten“, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Gicklhorn in der Berufungsverhandlung.

Seinem Geständnis zufolge hatte der Täter – mit entblößtem Unterkörper – am 21. Oktober vorigen Jahres gegen 16.30 Uhr eine Frau an einer Straßenbahnhaltestelle in der Wintergartenstraße sexuell genötigt, sie an eine Wand gedrängt. Die geschockte Geschädigte konnte sich aus der Situation befreien, wurde bei ihrer Flucht jedoch noch vom Angeklagten verfolgt und begrapscht. Mirza B., der in seiner Heimat Pakistan bereits als 13-Jähriger begonnen hatte, Alkohol zu trinken, konnte noch am Tattag festgenommen werden. Wie sich bei Tests herausstellte, hatte er noch Stunden später zwei Promille intus. Er kam in Untersuchungshaft. Die Folgen für das Opfer sind verheerend. Es befand sich allein zwei Monate in einer psychosomatischen Klinik zur Therapie.

Bereits ein halbes Jahr vor diesem Verbrechen war der Angeklagte nach Übergriffen in der Innenstadt mehrfach angezeigt worden. So hatte er sechs weitere Frauen sexuell belästigt und beleidigt. An der Haltestelle Goerdelerring griff er am 4. März einer Frau zwischen die Oberschenkel; am nächsten Tag verfolgte er zwei Studentinnen auf ihrem Weg vom Augustusplatz zum Markt und betatschte sie. Am 8. März erhielt er von einer Frau eine Ohrfeige, nachdem er ihr in einer Straßenbahn am Listplatz zu nahe gekommen war. Auch am 10. März wehrten sich zwei Frauen gegen die Übergriffe in einer Bahn unweit des Goerdelerringes und riefen die Polizei.

Aufgrund der Schwere der Delikte setzte das Gericht am Montag nicht die Strafhöhe herab – so wie es der Angeklagte mit seiner Berufung erreichen wollte. Verteidiger Jürgen Kohlen hatte darauf verwiesen, dass Mirza B. nicht vorbestraft sei und ein Geständnis abgelegt habe. „Es ist ganz gefährlich, was ich getan habe. Ich werde nicht mehr trinken“, so der 23-Jährige, der in Deutschland bleiben und arbeiten möchte. Das Gericht beließ es – wie von der Staatsanwaltschaft beantragt – bei der in der Vorinstanz verhängten Strafe von einem Jahr und zehn Monaten Haft. Der Asylantrag wurde bereits abgelehnt, Mirza B. soll nach Pakistan abgeschoben werden.

Von Sabine Kreuz

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