Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Sparkassenräuber zu fast acht Jahren Haft verurteilt

Bleibt Serie unaufgeklärt? Sparkassenräuber zu fast acht Jahren Haft verurteilt

Wird die aufsehenerregende Serie von fünf Sparkassen-Überfällen zwischen Dezember 2013 und Mai 2015 in Leipzig und Umgebung womöglich nie aufgeklärt? Das Landgericht Leipzig hält nur einen Überfall für nachweisbar und verurteilt Andreas B. (52) zu sieben Jahren und neun Monaten Haft.

Der Angeklagte Andreas B. wird in Handfesseln zum Prozess am Landgericht Leipzig gebracht.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die aufsehenerregende Serie von Sparkassen-Überfällen zwischen Dezember 2013 und Mai 2015 in Leipzig und Umgebung geht auf das Konto des bereits massiv vorbestraften Bankräubers Andreas B. (52). Davon zumindest ist die Leipziger Staatsanwaltschaft überzeugt. Beute insgesamt: 230 000 Euro.

Doch das Landgericht teilt diese Auffassung nicht: Die 8. Strafkammer um den Vorsitzenden Richter Rüdiger Harr hält lediglich einen Überfall – den letzten der Serie vom 12. Mai – auf die Filiale in der Ungerstraße (Anger-Crottendorf) für erwiesen. B. hat ihn vor Gericht letztlich zugegeben. Zumal an einem verlorenen Päckchen Taschentücher am Tatort seine DNA gesichert werden konnte.

Allein wegen dieses Beutezuges verhängen die Richter sieben Jahre und neun Monate Haft. Der Schuldspruch gegen den Baden-Württemberger B., der zuletzt in Leipzig gewohnt hat, lautet auf erpresserischen Menschenraub, schweren Raub und vorsätzliche Körperverletzung in zwei Fällen.

Einen Tatnachweis halten die Richter in Bezug auf einen zweiten Überfall, der in dem seit 11. April laufenden Prozess zur Debatte stand, aber für nicht geführt. Betroffen: die Sparkassen-Filiale in der Arnoldstraße (Stötteritz) am 21. Februar 2014. Den Freispruch begründet Richter Harr unter anderem damit, dass niemand den Täter erkannt hat. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um den Angeklagten handelt, nach Einschätzung einer anthropologischen Sachverständigen bei etwa 50 Prozent liegt.

Dennoch hält die Staatsanwaltschaft den Angeklagten in der Zusammenschau aller Umstände auch für den Stötteritzer Täter. Für beide Fälle beantragen die Ankläger 14 Jahre Haft und zudem noch Sicherungsverwahrung. Deshalb hat die Anklagebehörde gegen die Entscheidung der 8. Strafkammer auch Revision eingelegt, so am Dienstag Hans Jagenlauf, Sprecher des Landgerichtes.

Bleiben auch die drei anderen Sparkassen-Überfälle, die B. mit der Anklage zur Last gelegt wurden, womöglich für immer ungeklärt? Dabei handelt es sich um die Übergriffe auf folgende Filialen: am 2. Dezember 2013 in der Lützner Straße (Neulindenau), am 9. Dezember 2014 in der Lessingstraße (Zentrum) und am 5. Februar 2015 in der Schwedenstraße im Markranstädter Ortsteil Großlehna.

Formal sind sie noch nicht ad acta gelegt. Rückblick: Zwar lehnt das Landgericht wie berichtet die Eröffnung des Hauptverfahrens dazu ab. Begründung: kein hinreichender Tatverdacht. Die nächste Instanz – das Oberlandesgericht (OLG) Dresden – sieht das nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft aber anders. Das OLG lässt die Anklage hinsichtlich aller fünf Sparkassenfilialen zu. Daraufhin splitten die Leipziger Richter das Verfahren. Wann der Prozess, Teil 2, läuft, ist unklar. Einen Termin gibt es dazu bislang nicht, so die Auskunft des Landgerichtes am Dienstag.

B. sitzt seit seiner Festnahme im Juli 2015 jedenfalls hinter Gittern. Mitte 2012 war er auf freien Fuß gekommen. 2003 hatte ihn das Landgericht Stuttgart zu 14 Jahren Haft verurteilt. Grund: Er hatte in den 1990er-Jahren mit einem Komplizen mehr als 20 Banken in Baden-Württemberg und Sachsen überfallen, dabei Beute in Millionenhöhe gemacht. 2012 wurde die restliche Strafe von etwa vier Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Nun droht ihm der Widerruf.

Von Sabine Kreuz

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr