Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Sprengstoffanschläge auf Telefonzellen im Raum Leipzig – Telekom prüft Abbau von Standorten

Sprengstoffanschläge auf Telefonzellen im Raum Leipzig – Telekom prüft Abbau von Standorten

Meterweit flogen die Splitter über den Bayrischen Platz. Die Scheiben eines Telefonhäuschens im Zentrum-Südost wurden in der Silvesternacht komplett herausgesprengt, der Fernsprecher durch die Explosion völlig zerstört.

Voriger Artikel
Elfjährige Lisa P. aus Leipzig weiter vermisst – Polizei sucht Auto von mutmaßlichem Begleiter
Nächster Artikel
Schläge angedroht: iPhone eines 19-Jährigen im Leipziger Allee-Center geraubt

Diese Telefonzelle am Bayrischen Platz ist in der Silvesternacht gesprengt worden.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Nach mehreren Anschlägen im Raum Leipzig in den letzten Tagen überlegt die Deutsche Telekom nun einzelne Zellen abzubauen. Es werde geprüft, welche Standorte noch wirtschaftlich seien, sagte der für Sachsen zuständige Telekom-Sprecher Jürgen Will am Mittwoch gegenüber LVZ-Online. Der Schaden durch Vandalismus über Weihnachten und Silvester gehe in die zehntausende Euro.

„Wir sind derzeit dabei zu entscheiden, was mit den betroffenen Standorten passiert“, erklärte Will. Nicht überall lohne sich bei den rund 7500 Euro teueren Zellen ein Wiederaufbau. Bei manchen Standorten liege der Umsatz unter zehn Euro monatlich und decke damit nicht einmal die Betriebskosten. Aufgrund der zunehmenden Nutzung von Mobiltelefonen würden Münz- und Kartentelefonen vielerorts kaum mehr benötigt. Die weit verbreiteten Telefonhäuschen gelten zudem – anders als freistehende Telefonsäulen – als besonders vandalismusanfällig.

Weniger Umsatz – aber mehr Beschädigungen

„Die Nutzung und der erreichte Umsatz müssen in vernünftigem wirtschaftlichen Verhältnis stehen“, betonte Will. Neben dem Abbau der betroffenen Zellen komme auch eine Veränderung der Standorte an belebtere Plätze in Frage, um es Randalierern schwerer zu machen. Aufgrund des Infrastrukturauftrags des Unternehmens erfolge dabei stets eine Abstimmung mit den Städten und Gemeinden. Ähnliche Standort-Pläne waren zuvor schon für Sachsen-Anhalt bekannt geworden.

Durch Vandalismus entsteht der Deutschen Telekom nach eigenen Angaben jährlich ein Schaden im unteren einstelligen Millionenbereich – Tendenz steigend. „Das geht von kleineren Zerstörungen an Scheiben oder dem Telefon bis zur kompletten Sprengung der Zelle“, berichtete der Sprecher. Auch das Ausmaß der Beschädigungen hat laut Polizei in den letzten Jahren zugenommen, in der Silvesterzeit insbesondere durch selbst gebaute oder illegal aus dem Ausland eingeführte Böller.

Rund 60.000 öffentliche Telefone betreibt die Telekom derzeit in Deutschland – mehrere tausend davon in Sachsen. Die Standorte sollen nun sowohl im gesamten Freistaat als auch speziell in Leipzig auf den Prüfstand gestellt werden. Zuletzt demolierten Unbekannte am Dienstagnachmittag in Badrina bei Delitzsch durch einen Böller eine Zelle. Der Schaden beträgt hier rund 300 Euro. Die Polizei hat ebenso wie im Leipziger Fall Ermittlungen wegen des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen aufgenommen.

Drei Männer nach Anschlag auf Telefonzelle in Haft

phpZ1ZKmv20110103161031.jpg

Gesprengt: Das Ausmaß der Beschädigungen an Telefonzellen hat laut Polizei in den letzten Jahren zugenommen, insbesondere durch selbst gebaute oder illegal aus dem Ausland eingeführte Böller (Archivfoto).

Quelle: Polizei

Nach einem Anschlag in Spröda bei Delitzsch kurz vor Weihnachten sitzen mittlerweile drei Männer in Haft. Insgesamt vier Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren wird vorgeworfen, für die gemeinschaftliche Sprengung einer Telefonzelle am 22. Dezember verantwortlich zu sein, teilte die Polizeidirektion Westsachsen am Mittwoch mit. Es entstanden mehrere tausend Euro Schaden.

Das Motiv für die Tat ist derzeit noch unklar, möglicherweise handelten die Männer aus reiner Zerstörungswut. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen nicht nur eine Freiheitsstrafe von mindestens einem bis zu maximal fünfzehn Jahren – auch zivilrechtliche Ansprüche könnten auf sie zukommen. Telekom-Sprecher Will: „Wenn wir der Täter habhaft werden, richten wir Schadenersatzforderungen an sie.“

Robert Nößler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr