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Staatsanwalt will brutalen Räuber für ein Jahrzehnt hinter Gitter bringen

Staatsanwalt will brutalen Räuber für ein Jahrzehnt hinter Gitter bringen

Er näherte sich immer von hinten, hielt seinen Opfern sofort ein Messer an den Hals und stach bei Gegenwehr zu: Für den brutalen Serien-Räuber aus Leipzig hat die Staatsanwaltschaft gestern eine Haftstrafe von neun Jahren und elf Monaten gefordert.

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(Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Der Vietnamese Duy N. (33) hatte Ende 2013 binnen zwei Wochen 15 Frauen überfallen, um ihnen Taschen, Geld und Handys zu rauben.

"Ich habe Fehler begangen und möchte mich dafür entschuldigen", sagte der Angeklagte gestern am Landgericht. Ihm war im Falle eines umfassenden Geständnisses eine Haftstrafe knapp unter zehn Jahren signalisiert worden. Daher sei "die Verlockung sehr groß" gewesen, die Serie zu gestehen, um in den Genuss einer milderen Sanktion zu gelangen, sagte Staatsanwalt Norman Lieber. Der Anklagebehörde schwebte ursprünglich eine Strafe im deutlich zweistelligen Bereich vor. "Das Geständnis musste daher kritisch überprüft werden", so Lieber weiter.

Er listete eine Reihe von Indizien und Beweisen auf, die für die Schuld des 33-Jährigen sprachen. So waren DNA-Spuren des Angeklagten sowohl an einer Flasche entdeckt worden, die er einem Opfer auf den Hinterkopf geschlagen hatte, als auch an geraubten Gegenständen, die die Polizei in einem Abrisshaus entdeckte. Das befand sich in Wohnortnähe von Duy N. in der Löbauer Straße.

Zudem, so der Staatsanwalt, "wiesen alle Taten dieselben Merkmale auf", sei die Täterbeschreibung (männlich, um die 1,70 Meter groß, sehr hager) identisch gewesen. Zur Vermummung habe der Räuber häufig entweder einen blau-weißen Fanschal oder einen roten Schal verwendet. Und: "Die Serie endete mit der Festnahme des Angeklagten."

Wie berichtet, konnte die Polizei Duy N. am 30. November - kurz nach einem Überfall in der Konradstraße - stellen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Als "besonders bemerkenswert" bezeichnete der Staatsanwalt "das Maß der Gewalt". Bei geringster Gegenwehr habe N. gleich zugestochen. Am 20. November fügte er am Waldplatz einer Geschädigten Schnitte im Gesicht und an Fingern zu. Am 27. November stach er in der Hohmannstraße auf ein Opfer ein, brachte es zu Boden. Die Folgen: Fingerfraktur, Schädelhirntrauma, Hämatome.

Dem Angeklagten zufolge setzte er die Beute in Drogen um. Psychiater Peter Schönknecht attestierte ihm gestern aufgrund seiner Sucht und der Angst vor Entzug verminderte Schuldfähigkeit. Auf diesen Aspekt wies insbesondere Verteidiger Wolfgang Männel hin, der für eine etwas niedrigere Strafe als der Staatsanwalt plädierte. Dass N. nicht vorbestraft ist, hielt Opfer-Anwältin Anne Prestrich für nicht gerade verdienstvoll. Schließlich sei der Angeklagte erst im August 2013 (mit hochschwangerer Frau) nach Deutschland gekommen, um in Leipzig die Schwiegermutter zu besuchen. Bereits am 13. November begann die Raubserie. Das Gericht urteilt nächsten Dienstag.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2014

Sabine Kreuz

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