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Polizeiticker Leipzig Staatsanwalt wirft Kfz-Verschiebung nach Polen vor
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Staatsanwalt wirft Kfz-Verschiebung nach Polen vor
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15:51 10.07.2018
Der Angeklagte Lukasz W. (r.) mit Verteidiger Matthias Luderer. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Als er eine Polizeistreife hinter sich sah, gab er Gas. Bei der anschließenden Verfolgungsfahrt rammte der Fahrer in Panik erst einen Laster und krachte dann auch noch mit einem Pkw zusammen, dessen beide Insassen verletzt wurden. Danach flüchtete er zu Fuß, konnte aber schließlich am 9. Februar 2018 festgenommen werden – bei Niesky nahe der polnischen Grenze. Seither sitzt Lukasz W. in Untersuchungshaft. Am Dienstag begann gegen den 31-Jährigen vor dem Leipziger Amtsgericht der Prozess.

Fünf Autos verschwinden in einer Nacht

Die Staatsanwaltschaft hält den Polen für ein Mitglied einer größeren Kfz-Autoschieberbande. Der Anklage zufolge hat Lukasz W. den schweren Unfall im Landkreis Görlitz mit einem in der Region Leipzig gestohlenen Mazda 6 gebaut. „Dieses Auto wurde aus einer Tiefgarage in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße in Taucha entwendet“, sagte Staatsanwalt Ralph Hornig. Schaden: 20 000 Euro.

In derselben Nacht – vom 8. zum 9. Februar dieses Jahres – verschwanden noch weitere vier Autos. Dabei handelte es sich ausschließlich um Fahrzeuge der Marke Mazda. Zwei davon wurden in der August-Bebel-Straße in Taucha gestohlen: ein Mazda 2 (Wert: 13 000 Euro) sowie ein CX 5 (Wert: 21 500 Euro). Zudem wurde in der Karl-Marx-Straße ein Firmenwagen – ein Mazda 3 im Wert von 23 000 Euro – vermisst. Und in Leipzig, im Handwerkerhof, stahlen Diebe einen CX 5. Schaden: 20 000 Euro.

Verfolgungsfahrt endet mit Unfall

Nach Ansicht der Anklagebehörde entwendete Lukasz W. entweder mit bislang unbekannten Mittätern alle fünf Wagen oder aber er übernahm diese geklauten Fahrzeuge von Komplizen, um sie nach Polen zu bringen. Staatsanwalt Hornig warf dem 31-Jährigen schweren Bandendiebstahl beziehungsweise gewerbsmäßige Bandenhehlerei vor. Zudem muss sich Lukasz W. wegen Urkundenfälschung, Gefährdung des Straßenverkehrs, Unfallflucht, fahrlässiger Körperverletzung und weiteren Delikten verantworten.

„Mein Mandant weist den Vorwurf, Mitglied einer Bande zu sein, entschieden zurück. Das war er keinesfalls“, sagte Verteidiger Matthias Luderer. In einer Erklärung, die der Anwalt für den Angeklagten abgab, war von lediglich einem einzigen Auto die Rede, das überführt werden sollte.

Demnach sei Lukasz W. Silvester in Warschau „von einer Person“ angesprochen worden, ob er später mal einen Job übernehmen könne. „Mein Mandant hat bis dahin keine Lunte gerochen, dass es sich um eine Straftat handeln könnte“, so der Verteidiger weiter. Der Auftraggeber habe erklärt, dass er in Leipzig eine familiäre Angelegenheit klären und zunächst bleiben müsse, nur deshalb solle Lukasz W. den Mazda 6 nach Polen transportieren.

„Als ich mitkriegte, dass mich eine Polizeistreife verfolgt, bekam ich Angst. Ich wollte nur noch flüchten“, berichtete der Angeklagte. Bei der Kollision mit einem Suzuki stand er – wie er vor Gericht einräumte – auch noch unter Drogen. Und eine Fahrerlaubnis hatte er auch nicht.

Angeklagter bereits vorbestraft

Bezüglich der Bandenmitgliedschaft beruft sich die Staatsanwaltschaft auf Indizien. So stellte das Landeskriminalamt Sachsen bei der Funkzellenauswertung polnische Rufnummern in Taucha fest, kamen alle fünf Wagen in einer Nacht unweit voneinander entfernt abhanden. Zudem saß Lukasz W. in Polen wegen Raubes und Drogenhandels bereits fünfeinhalb Jahre im Gefängnis, kam erst im Oktober 2017 auf freien Fuß.

Von Sabine Kreuz

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