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Staatsanwaltschaft will Leipziger Brandstifter dauerhaft in Psychiatrie unterbringen

Staatsanwaltschaft will Leipziger Brandstifter dauerhaft in Psychiatrie unterbringen

Monatelang hat der 57 Jahre alte Wolfgang W. im vergangenen Jahr mit seinen Brandanschlägen Leipzig in Angst und Schrecken versetzt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft seine Unterbringung in ein psychiatrischen Krankenhaus beantragt.

Höhepunkt der Anschlagserie war der Brand in einem Mietshaus in der Heiterblickallee in der Nacht zum 24. November.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Darüber entscheiden muss in einem Sicherungsverfahren die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Leipzig.

Seit Mitte April 2010 hatte W. acht Gebäude und ein Auto angesteckt. Die Brandsätze zündeten unter anderem in einer Paunsdorfer Sparkasse, an einer Gohliser Kirche und am Schönefelder Rathaus. Aber auch Objekte in Sellerhausen-Stünz und der Südvorstadt hatte er im Visier.

Höhepunkt der Anschlagserie war der Brand in einem Mietshaus in der Heiterblickallee in der Nacht zum 24. November 2010. Dort versteckte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft drei Brandsätze, wovon zwei entflammten. „Der Beschuldigte hat in diesem Fall den möglichen Tod von 23 zur Tatzeit im Haus befindlichen  Menschen zumindest billigend in Kauf genommen“, teilte die Staatsanwaltschaft Leipzig mit. Damit erfülle er den Tatbestand des versuchten Mordes und der schweren Brandstiftung. Das Gebäude konnte damals rechtzeitig evakuiert und die Mieter unversehrt gerettet werden.

Die Staatsanwaltschaft sieht den 57-Jährigen aufgrund der Spurenlage als hinreichend verdächtig an, auch wenn er sich selbst in den Vernehmungen nicht geäußert hat. Nach einer psychiatrischen Begutachtung ist die Anklagebehörde allerdings der Auffassung, dass W. wegen einer Erkrankung nicht schuldfähig ist. Dennoch gehe von ihm nach wie vor eine Gefahr für die Allgemeinheit aus. Deshalb beantrage die Staatsanwaltschaft nun die Unterbringung in einem Fachkrankenhaus, hieß es weiter.

Auf die Spur waren die Ermittler W. durch Profiler der Polizei gekommen. Sie erstellten ein Persönlichkeitsbild des gesuchten Täters. „Unser großes Problem war, dass viele Spuren verbrannt waren“, so ein Beamter kurz nach der Festnahme des mutmaßlichen Brandstifters im Februar diesen Jahres gegenüber der LVZ. „Die Ermittlungen waren deshalb sehr aufwendig.“ Bei der Durchsuchung seiner Paunsdorfer Wohnung fanden die Beamten die Zutaten für die selbstgebauten Sprengsätze: Batterien, Lösungsmittel, Glühlampen sowie Wecker als Zeitzünder.

W. saß seit 4. Februar in Untersuchungshaft, seit 26. Mai ist er zunächst einstweilig in die Psychiatrie eingewiesen worden. Die Richter müssen nun über eine dauerhafte Unterbringung entscheiden.

Matthias Roth/Frank Döring

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