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Stalking über Jahre hinweg: Patient terrorisiert Psychotherapeutin in Leipzig

Stalking über Jahre hinweg: Patient terrorisiert Psychotherapeutin in Leipzig

Beleidigungen, Bedrohungen, Nachstellungen - seine Liste der Straftaten ist lang. Olaf M. gab gestern vor dem Landgericht das jahrelange Stalking gegenüber seiner Psychotherapeutin aus Leipzig zu.

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In Leipzig steht ein 45-Jähriger wegen jahrelangen Stalkings vor Gericht.

Quelle: Uli Deck/Archiv

Leipzig. "Es ist alles korrekt, was die Staatsanwaltschaft sagt", so der 45-Jährige.

Nach Beendigung der Behandlung rief der Patient die Frau zwischen 2010 und 2014 in mindestens 136 Fällen in ihrer Praxis an. Erreichte er sie nicht persönlich, hinterließ er übelste Beschimpfungen auf dem Anrufbeantworter und drohte ihr mehrfach an, sie umzubringen - und erschien dann auch vor Ort. "Sie hatte panische Angst", so Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller. Auf Antrag der Psychologin untersagte die Justiz Olaf M. im März 2014 auf der Grundlage des Gewaltschutzgesetzes zwar jegliche Kontaktaufnahme - der Beschuldigte verstieß jedoch permanent gegen das Verbot. "Ich hatte Alpträume, bin nirgendwo mehr allein hingegangen, habe mich überallhin begleiten lassen und war kurz davor, meine Praxis zu schließen", berichtete die 52-Jährige gestern als Zeugin vor Gericht.

Olaf M. war bereits 2001 zum ersten Mal in ihre Praxis gekommen. Er hatte sie gebeten, ihm zu helfen, "weil sonst noch etwas passiert". Der Grund waren seine Gewaltphantasien, Menschen das Genick brechen zu wollen. Die Behandlung lief bis 2004, war nach Einschätzung der Therapeutin erfolgreich. 2009 erschien der Mann mit anderen Problemen erneut, woraufhin sie ihm 2010 eine stationäre Behandlung empfahl. Das Verhältnis zur Therapeutin beschrieb Olaf M. gestern als super, als vertrauensvoll. "Ich war verliebt in sie. Das habe ich ihr aber nicht gesagt." Und warum sei die Situation dann gekippt?, wollten die Richter wissen. Möglicherweise aus Sozialneid, schilderte der Mann, der erst den Beruf eines Instandhaltungsmechanikers erlernt und danach studiert hatte. Zufällig habe er seine Therapeutin in einem tollen Pkw vorfahren sehen, während er mit einem klapprigen Fahrrad unterwegs gewesen sei, sich nur mit Hilfe von Sozialleistungen eine Wohnung habe einrichten können. "Ich wollte ursprünglich Psychologie studieren", berichtete er.

Nach den gestrigen Worten von Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller war Olaf M. "nicht in der Lage, das Unrecht seines Tuns einzusehen". Aufgrund einer paranoiden Schizophrenie habe er im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt. Von dem 45-Jährigen seien aber weitere rechtswidrige Taten zu erwarten. "Er ist eine Gefahr für die Allgemeinheit", so der Staatsanwalt. Derzeit wird der Beschuldigte in der Psychiatrie, im Maßregelvollzug in Altscherbitz, behandelt. Die 8. Strafkammer wird voraussichtlich am Dienstag darüber entscheiden, ob eine weitere Unterbringung dort nötig ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2015

Sabine Kreuz

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