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Polizeiticker Leipzig Stoß vor ein fahrendes Auto – Prozess um versuchten Mord
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Stoß vor ein fahrendes Auto – Prozess um versuchten Mord
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18:53 24.04.2018
Der Angeklagte Hisham B. mit Verteidigerin Aline Luderer. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Es war der 7. September 2017, als ein 34 Jahre alter Fußgänger am Leipziger Hauptbahnhof vor ein fahrendes Auto gestoßen wurde. Ein Citroën erwischte den Mann – dieser erlitt erhebliche Verletzungen. Sieben Monate nach dem hinterlistigen Angriff begann am Dienstag der Prozess. Der Angeklagte wollte sich jedoch zunächst nicht äußern.

„Sie haben versucht, einen Menschen heimtückisch zu töten“, warf Staatsanwältin Vanessa Fink dem Angeklagten Hisham B. vor. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft machte sich der 20-jährige Libyer des versuchten Mordes und des vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig.

Kollision bei Tempo 50

Der Citroën-Fahrer, für den die Ampel vor der Hauptbahnhof-Westseite auf Grün stand, habe zwar noch gebremst, den Passanten dennoch bei Tempo 50 erfasst. Der 34 Jahre alte Mohamed A., ebenfalls ein Asylbewerber aus Libyen, erlitt Prellungen an Leber und Nieren sowie eine blutende Wunde am linken Fuß.

Der Vorfall erregte großes Aufsehen. Denn am frühen Abend kurz nach 17 Uhr gab es am Hauptbahnhof sowohl einen massiven Fußgänger- als auch Fahrverkehr. Der Verunglückte lag etwa eine Woche im Universitäts-Klinikum, musste Monate später wegen Nierenbeschwerden erneut ins Krankenhaus gebracht werden. Der Angreifer konnte damals allerdings fliehen.

Auch Messer im Spiel

Laut Anklage hatten Täter und Opfer zuvor eine verbale Auseinandersetzung. Ort des Streits soll der Schwanenteich an der Oper gewesen sein. Gestrigen Schilderungen des Geschädigten zufolge gab es den Schlagabtausch aber offenbar im Bürgermeister-Müller-Park direkt gegenüber dem Hauptbahnhof.

Der 34-Jährige berichtete, dass er auf einer Parkbank Haschisch geraucht habe, als ihn ein Unbekannter aufgefordert habe, von dort zu verschwinden. „Vielleicht dachte er, ich deale, aber ich deale nicht, ich nehmen Drogen.“

Daraufhin sei es zu Beschimpfungen gekommen. „Er beleidigte meine Mutter, also habe ich auch seine Mutter beleidigt.“ Schließlich hätten sie sich gegenseitig mit Pfefferspray besprüht. Als der Unbekannte ein Messer gezogen habe, sei er weggerannt, von dem Unbekannten jedoch verfolgt und schließlich vor das Auto geschubst worden.

Prozessfortsetzung am 15. Mai

Nach Aktenlage hatte das Opfer der Polizei bereits einen Tag nach dem Vorfall eine Personenbeschreibung geliefert, wonach es sich bei dem Angreifer um einen Mann mit dem Spitznamen „Tam-Tam“ handele, der am Hauptbahnhof Betäubungsmittel verkauft. Auf Lichtbildvorlagen, die ihm die Kripo vorlegte, identifizierte er auch den Täter – den späteren Angeklagten Hisham B., der schließlich festgenommen wurde und nunmehr seit dem 5. November in Untersuchungshaft sitzt.

Am Dienstag jedoch erklärte das Opfer vor Gericht, den Mann auf der Anklagebank nicht wiederzuerkennen. „Noch nie gesehen“, sagte der 34-Jährige auf eine Frage der Staatsanwältin. Und der Angeklagte wollte sich nicht äußern. „Eventuell später“, meinte seine Verteidigerin Aline Luderer.

Bei der Prozessfortsetzung am 15. Mai will das Gericht um den Vorsitzenden Richter Norbert Göbel weitere Zeugen hören.

Von Sabine Kreuz

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