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Straßenbahnunfall in Leipzig: Fahrgäste versorgen Opfer – Gaffer drängeln am Rand

Straßenbahnunfall in Leipzig: Fahrgäste versorgen Opfer – Gaffer drängeln am Rand

Der tragische Straßenbahnunfall am Dienstagnachmittag auf der Georg-Schumann-Straße beschäftigt einen Tag später noch viele Leipziger. Auf dem Facebook-Profil von LVZ-Online drücken die Nutzer ihre Trauer aus.

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Tragischer Unfall auf der Georg-Schumann-Straße: Ein Fußgänger wurde am Dienstag von einer Straßenbahn erfasst und dabei tödlich verletzt.

Quelle: Jens Schmidt

Leipzig. Auch einige Augenzeugen melden sich zu Wort. „Es war wirklich grauenhaft. Ich konnte kaum schlafen weil ich immer die Bilder vor den Augen hatte“, schrieb Juli Zess Croszeria.

Ihr Freund Erik Strauß war einer der Ersthelfer vor Ort. Der 20-Jährige saß in der Unfall-Straßenbahn der Linie 11. Alles sei blitzschnell gegangen. „Der Mann stand auf einer Verkehrsinsel zwischen Fahrbahn und Gleisen. Er machte plötzlich einen Schritt nach vorn“; berichtet der Fahrgast. Die 22 Jahre alte Straßenbahnfahrerin habe zwar sofort geklingelt und gebremst, konnte den wuchtigen Aufprall, bei dem die Frontscheibe der Tram zu Bruch ging, aber nicht mehr verhindern.

Wie Strauß bekamen auch andere Passagiere der Linie 11 den Unfall hautnah mit und reagierten prompt. „Eine ältere Dame hat sofort geschaltet, forderte einen Sanikasten und rief mit ihrem Handy den Rettungswagen“, so der 20 Jahre alte ausgebildete Rettungsschwimmer. Er selbst habe sich das Verbandszeug geschnappt und sei zu dem Verletzten gelaufen. Viele Gaffer dagegen hätten sich um die besten Plätze gedrängelt, einige zückten sogar ihre Fotohandys und machten Aufnahmen von dem Verunglückten.

Draußen, vor der Bahn, kümmerte sich bereits ein zufällig anwesender Arzt um das 33 Jahre alte Unfallopfer, zwei Krankenschwestern assistierten ihm. Laut Strauß war keine fünf Minuten nach dem Notruf bereits der Rettungswagen vor Ort. Sanitäter und ein Notarzt übernahmen die Versorgung. Am Ende konnten die Medizinprofis nichts mehr ausrichten. Der Mann erlag auf dem Weg in die Klinik seinen schweren Kopfverletzungen.

Offen bleibt die Frage: Aus welchem Grund ist der Mann auf das Gleis getreten? „Die Ermittlungen dauern dazu noch an“, sagte Polizeisprecherin Birgit Höhn am Mittwoch.

Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) ist ebenfalls die Ursachensuche im Gange. „Wir können noch nichts sagen“, teilte Unternehmenssprecher Frank Dietze mit. Die 22-jährige Fahrerin, die auch ihre Ausbildung bei den LVB absolviert hat, wurde vorerst krank geschrieben. Wie in solchen Fällen üblich, betreut ein Psychologe die junge Frau.

Matthias Roth

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