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Streit um Tonband von Benjamin H. – Prozess um zerstückelte Leiche in Leipzig fortgesetzt

Streit um Tonband von Benjamin H. – Prozess um zerstückelte Leiche in Leipzig fortgesetzt

In der Verhandlung schweigt Benjamin H. nach wie vor. Aussagen des 24-jährigen Mordangeklagten existieren bisher nur von einer polizeilichen Vernehmung in Kassel und als Aufnahmen von seinem Diktiergerät.

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Der 24-jährige Benjamin H. vor dem Leipziger Landgericht. Ihm wird vorgeworfen, seinen Bekannten Jonathan H. im Herbst 2011 getötet und die Leiche anschließend zerstückelt zu haben.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Ob die Tonbandaufnahme überhaupt im Prozess verwendet werden darf, darüber ist am Donnerstag vor der Schwurgerichtskammer des Leipziger Landgerichts Streit entbrannt. Dort wurde am Morgen der Prozess um die zerstückelte Leiche aus dem Elsterbecken fortgesetzt.

Bei der Festnahme des Angeklagten im vergangenen April in Kassel fanden die Ermittler auch ein Diktiergerät. Darauf soll H. Abläufe, wie sie bei der Bluttat geschehen sind, geschildert haben. Über den genauen Inhalt schweigen sich die Beamten bisher aus. Die Verteidiger Jens Mader und Mario Seydel wollen nun die Einführung der Aufnahme in den Prozess verhindern. Sie begründen ihren Vorstoß damit, dass die Aufzeichnung einem Tagebucheintrag gleich komme, der unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes stehe.

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Leipzig. Im Prozess um eine zerstückelte Leiche hat der Angeklagte am Freitag vor dem Landgericht Leipzig zum ersten Mal Fragen der Staatsanwaltschaft, Richter und Gutachter beantwortet. Für die Vernehmung des 24-Jährigen wurde allerdings auf Antrag von Verteidigung und Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Zudem ordnete die Strafkammer eine Zusatzuntersuchung der Intelligenzstruktur des Angeklagten an.

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„Kein belauschtes Selbstgespräch“

Oberstaatsanwältin Claudia Laube sieht das anders. „Wenn die innere Gedankenwelt eines Menschen in einer beschlagnahmefähigen Form wie einem Diktiergerät vorliegt, darf sie auch in den Prozess eingeführt werden“, argumentierte die Anklägerin. Anders wäre der Fall, wenn ein Selbstgespräch heimlich belauscht worden wäre.

Am Mittag entschied die Kammer: Das Diktiergerät darf als Beweismittel erhoben werden. Ob darauf auch eine Verurteilung gestützt werden dürfe, sei erst später zu klären.

Am Donnerstag sollten eigentlich Polizisten als Zeugen gehört werden. Ihre Aussagen musste die Kammer wie schon am vergangenen Prozesstag aufschieben.

Befangenheitsantrag gegen Richter abgelehnt

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Der Befangenheitsantrag gegen die Richter Katharina Peters, Hans Jagenlauf und Alexandra Kraske (von links) wurde abgelehnt..

Quelle: Wolfgang Zeyen

Zum Auftakt des Verhandlungstages verlas der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf den Beschluss einer anderen Kammer. Sie wies den in der vergangenen Woche gestellten Befangenheitsantrag gegen ihn und seine beiden Richterkolleginnen Alexandra Kraske und Katharina Peters als unbegründet zurück. Die Anwälte von Benjamin H. hatten die Richter abgelehnt, weil sie angeblich voreingenommen sei.

Konkreter Anlass war die Beschlagnahmung der früheren Wohnung von H. Der dafür notwendige Beschluss basiere auf den Aussagen des 24-Jährigen bei seiner Vernehmung. Diese Angaben dürfen nach Meinung von Mader und Seydel nicht verwendet werden. Laut Beschluss sei dies auch  gar nicht erfolgt. Die Richter hätten nach Aktenlage entschieden und seien unvoreingenommen.

Der Prozess wird am kommenden Montag forgesetzt.

Matthias Roth/Sabine Kreuz

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