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Polizeiticker Leipzig Stückelmord-Prozess: Ist der Angeklagte schuldunfähig?
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Stückelmord-Prozess: Ist der Angeklagte schuldunfähig?
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22:23 03.05.2017
Verteidiger Malte Heise (links), der Angeklagte und ein Übersetzer. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Es war ein Blutbad, das sich im Sommer 2016 in der Wohnung eines tunesischen Ehepaares in Leipzig ereignete. Auf bestialische Weise wurden die Opfer getötet und zerstückelt. Gestern begann vor der Schwurgerichtskammer des Leipziger Landgerichts der Prozess gegen den mutmaßlichen Doppelmörder Faouzi A. (37). Oberstaatsanwältin Claudia Laube warf ihm Mord in zwei Fällen, Raub mit Todesfolge, Störung der Totenruhe und Freiheitsberaubung vor. Der Tunesier habe seine Landsleute aus Habgier umgebracht, weil er deren Wertsachen rauben wollte. Allerdings ist unklar, ob er voll schuldfähig ist.

Laut Anklage leidet der mutmaßliche Doppelmörder an einer Persönlichkeitsstörung, einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Drogenpsychose. Angesichts dieser psychischen Schäden käme daher auch die Unterbringung im Maßregelvollzug, einem psychiatrischen Krankenhaus, in Betracht, hieß es zum Prozessauftakt. Auch Sicherungsverwahrung sei möglich. Verteidiger Malte Heise kündigte für den nächsten Prozesstag am 8. Mai eine Erklärung an.

Der Tunesier ist wegen Drogendelikten und Körperverletzung vorbestraft. Wie seine Opfer war er untergetaucht, als sein Asylantrag abgelehnt war. Bewaffnet mit einem Hammer und einem Kuhfuß soll sich Faouzi A. am 23.  Juli 2016 gegen 0.15 Uhr zur Wohnung der Eheleute Hadia B. (32) und Ali T. (37) begeben haben. Er kannte sich hier aus, weil er für einige Wochen bei dem Paar gewohnt, sich aber später mit ihm zerstritten hatte. Als die Tür aufging, drosch er laut Anklage sofort mit seinem Hammer auf Ali T. ein, ehe er im Wohnzimmer auf Hadia B. losging. Beide Opfer erlitten Schädeltrümmerbrüche, waren aber nicht sofort tot. Deshalb habe Faouzi A. sein Messer gezückt und zugestochen.

Nach diesem Blutbad trennte der gelernte Koch nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Beine und Köpfe von den Körpern ab, fuhr mit den Leichenteilen frühmorgens zum fünf Kilometer entfernten Naturbad Bagger und versenkte sie im Wasser. Ab 28. Juli wurden die Leichenteile in dem Badesee entdeckt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Faouzi A. die Wohnung des Ehepaares bereits geplündert, sind sich die Ermittler sicher.

Am 1. August nahm ihn die Soko „Bagger“ fest, einen Tag später kam er in Untersuchungshaft. Bei einer Vernehmung am 22. Oktober 2016 bezichtigte er jedoch zwei Landsleute des Mordes, er selbst sei lediglich dabeigewesen. Gegen die falsch beschuldigten Männer ergingen am 4. November 2016 Haftbefehle. Sie saßen neun beziehungsweise elf Wochen in Untersuchungshaft.

Von Frank Döhring

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