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Polizeiticker Leipzig Stückelmorde in Leipzig: BGH hebt Urteil teilweise auf
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Stückelmorde in Leipzig: BGH hebt Urteil teilweise auf
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13:38 11.09.2018
Dovchin D. mit seinem Anwalt Stefan Wirth im Gerichtssaal. Quelle: Kempner
Leipzig/Karlsruhe

Der Prozess um den Tod zweier Frauen 2016 in Leipzig muss zum Teil neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nach Angaben vom Dienstag in Karlsruhe der Revision des Angeklagten hinsichtlich der Tötung der 40-jährigen Anja B. im November 2016 und der Störung der Totenruhe in beiden Fällen stattgegeben und das Urteil des Leipziger Landgerichts vom 5. März dahingehend aufgehoben. Die Kammer hatte Dovchin D. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Leipziger BGH-Senat hebt auf

Im Fall von Anja B. soll D. aus niedrigen Beweggründen gehandelt haben. Es reiche nicht allein, dass sich der 39-Jährige als „Herr über Leben und Tod habe aufspielen wollen“, so der in Leipzig sitzende 5. Strafsenat des BGH in seinem Beschluss vom 30. August, der jetzt veröffentlicht wurde. Notwendig sei ein besonderer Tötungsbeweggrund.

Den Mord an zwei Frauen mit anschließender Zerstückelung der Leichen muss ein 39-Jähriger mit einer lebenslangen Haftstrafe büßen. Zudem stellte das Landgericht Leipzig am Montag die besondere Schwere der Schuld fest.

Die Schwurgerichtskammer hatte dafür den Ekel D.’s über seine Lebenssituation, seinen sozialen Abstieg und den Verlust seiner Familie und Ehefrau dafür angeführt, um sich gewaltsam abzureagieren. Davon, so der BGH, vermochte sich das Landgericht aber nicht ausreichend überzeugen. Die Sache wurde zur Neuverhandlung an eine andere Strafkammer in Leipzig zurückverwiesen.

Fall der Portugiesin nicht betroffen

Die Verurteilung für die heimtückische Tötung der 43-jährigen Portugiesin Maria D. im April 2016 indes ist rechtskräftig. In der Verhandlung waren grausige Details bekannt geworden.

Störung der Totenruhe aufgehoben

Zudem ließ der BGH auch die Verurteilung wegen Störung der Totenruhe in beiden Fällen nicht gelten. Das Zerteilen der Leiche sei zwar eine grob ungehörige und rohe Kundgabe seiner Missachtung des verstorbenen Menschen, so der 5. Senat. Wesentlich für eine Verurteilung sei aber, dass der Täter dem Toten seine Verachtung auch zeigen will und ihm der beschimpfende Charakter seiner Handlung auch bewusst ist. In den vorliegenden Fällen ist das nach Meinung des BGH nicht ersichtlich geworden, weil D. seine zuvor erfolgten Tötungen vor allem verdecken und die Leichen unerkannt aus seiner Wohnung bringen wollte.

In der Wohnung des mutmaßlichen Stückelmorders in der Hildegardstraße in Leipzig-Volkmarsdorf sicherte die Polizei am Freitag weitere Spuren. Auch die Wohnung der beiden Opfer in der Zollikoferstraße wird untersucht. Fotos: Dirk Knofe

Nach Überzeugung der Richter hatte der 39-jährige gebürtige Mongole die jeweils wehrlosen Frauen in seiner Wohnung erwürgt, ihre Leichen zerstückelt und wie Abfall im Elsterbecken und dem leerstehenden Apostelhaus in Lindenau entsorgt. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert.

Von Matthias Roth

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