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Suche nach Leichenteilen geht Montag weiter - Opfer sollen Tunesier sein

Gewaltverbrechen Suche nach Leichenteilen geht Montag weiter - Opfer sollen Tunesier sein

Wer sind die Toten aus dem Bagger in Leipzig-Thekla? Erste Hinweise liegen der Polizei bereits vor, einem Bericht zufolge soll es sich um ein Paar aus Tunesien handeln. Unterdessen wurde die Spurensuche vor Ort verlängert. Das Gewässer bleibt auch weiterhin gesperrt.

Mit zwei Booten sucht die Polizei in Thekla nach weiteren Spuren.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Gibt es schon einen ersten Durchbruch nach den beiden Leichenfunden im „Bagger“ im Leipziger Stadtteil Thekla? Am Donnerstag hatte ein Schwimmer zunächst die Leichenteile einer Frau in dem Naturbad gefunden. Das Opfer war zerstückelt. Am Nachmittag desselben Tages fanden Polizisten dann die Körperteile eines Mannes.

„Die Ermittlungen haben inzwischen erste Hinweise auf die mutmaßliche Identität der Opfer ergeben“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Bild-Zeitung berichtet am Sonnabend, dass es sich bei den Toten um ein Ehepaar aus Tunesien handeln soll. Eine Quelle nannte das Blatt dafür nicht.

Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz wollte den Bericht am Sonnabend nicht bestätigen. „Wir äußern uns nicht zur Identität“, sagte er gegenüber LVZ.de. Derzeit seien noch Untersuchungen im Gange, um zweifelsfrei zu klären, wer durch das grausame Verbrechen ums Leben kam. Schulz rechnet erst im Verlauf der kommenden Woche mit Klarheit. Vor allem ein DNA-Abgleich dauere noch an. In den nächsten Tagen wollen die Ermittler zweifelsfrei wissen, um wem es sich bei den beiden Opfern handelt.

Die sofort eingerichtete Sonderkommission „Bagger“ setzte auch am Wochenende ihre Arbeit am Fundort fort. Wie Polizeisprecherin Maria Braunsdorf am Sonntag gegenüber LVZ.de erklärte, werde die Suche auch am Montag fortgesetzt. Das Gewässer bleibt bis auf Weiteres gesperrt.

Nach wie vor sind noch immer Körperteile der beiden Leichen verschwunden. Die Beamten gehen davon aus, dass die beiden Opfer nicht am Fundort umgebracht und so bestialisch zugerichtet worden.

Am Bagger in Thekla haben zwei Schwimmer am 28. Juli 2016 einen Plastesack mit Leichenteilen im Wasser gefunden.

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Eine Verbindung zu der entstellten Leiche der 43-jährigen Portugiesin Maria D., die am 21. April knapp neun Kilometer vom Theklaer Bagger entfernt an der Landauer Brücke im Elsterbecken gefunden worden war, gilt im Moment zwar als wenig wahrscheinlich „Aber auch da können wir einen Zusammenhang nicht völlig ausschließen“, sagte Schulz.

Maria D. waren die Gliedmaßen abgetrennt worden. Zudem hatte der Täter den Körper verstümmelt. Die Leichenteile hatte er einfach über die Landauer Brücke ins Wasser geworfen. Spätere Berichte, dass die obdachlose Frau in einer Wohnung im Stadtteil Grünau getötet wurde, haben die Ermittler nie bestätigt. Die Spur der Frau verlor sich nach einem Besuch in einer Bar in Lindenau.

Am Elsterbecken in Leipzig ist am 21. April 2016 eine Leiche gefunden worden. Fotos: Matthias Roth

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Der drei Monate alte Fall, den die Soko „Brücke“ aufklären soll, wird jetzt unter dem Aspekt der zwei aktuellen Leichenfunde in Thekla noch einmal besonders beleuchtet. Oberstaatsanwalt Schulz: „Angesichts von drei zerstückelten ist es natürlich absolut naheliegend, dass man da etwaige Zusammenhänge genau prüft.“

Der Täter in Thekla ist mindestens in einem Detail anders vorgegangen als der Gewaltverbrecher im April. Teile der jetzt gefundenen Frauenleiche waren in einem Plastiksack verpackt. Unklar ist, wann er sein Opfer in der ehemaligen Kiesgrube versenkt hat.

„Gerade bei Körpern, die im Wasser lagen, ist der fragliche Zeitraum nach unseren Erfahrungen der vergangenen Jahre sehr groß“, sagte Schulz. Aufgrund des Zustands beider Leichen – Details nannten die Behörden auch hier nicht – gehen die Ermittler davon aus, dass zumindest die beiden bestialischen Taten von Thekla in einem Zusammenhang stehen.

Matthias Roth/Frank Döring

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