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Polizeiticker Leipzig Szenekundige Beamte identifizierten Fußballfans bei Neonazi-Randale
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Szenekundige Beamte identifizierten Fußballfans bei Neonazi-Randale
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01:22 17.02.2016
Die Randalierer nach der Festnahme auf der Wolfgang-Heinze-Straße. Quelle: LVZ
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Leipzig

Die Meldung schlug in der Fußball-Szene hohe Wellen: Ein großer Teil der Tatverdächtigen beim Neonazi-Angriff in Leipzig-Connewitz am 11. Januar sollen Fans verschiedener mitteldeutscher Vereine gewesen sein. Darunter befinden sich nach Angaben des sächsischen Innenministeriums aus der vergangenen Woche auch Anhänger rivalisierender Klubs wie Lok und RB Leipzig oder Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena.

Wie die 66 der 215 festgenommenen Randalierer den insgesamt sieben Vereinen zugeordnet werden konnten, ließen die Sicherheitsbehörden bislang offen. Auf Anfrage von LVZ.de erklärte das Ministerium nun, dass dabei nicht nur die Informationen aus der Datei „Gewalttäter Sport“ des Bundeskriminalamtes (BKA) verwendet wurden. Zur Identifizierung, so eine Sprecherin, hätten auch "Erkenntnisse der szenekundigen Beamten" (SKB) beigetragen, welche in die Auskunftssysteme der sächsischen Polizei einfließen.

Insgesamt sieben Vereinen werden die Tatverdächtigen vom Innenministerium zugeordnet. Quelle: Sächsisches Innenministerium

Die für einzelne Vereine zuständigen und speziell geschulten SKB-Kräfte kennen die Fanszene genau und sind in der Regel präventiv tätig. Sie arbeiten eng mit den Klubs zusammen und reisen, meist in Zivil, auch bei Auswärtsfahrten mit. Obwohl nur 39 Angreifer in Connewitz als „Gewalttäter Sport“ registriert waren, konnten mit Hilfe der Beamten auch die anderen Fans einzelnen Klubs zugerechnet werden. Zum beteiligten RB-Anhänger teilte das Ministerium beispielsweise auf Nachfrage mit, dass dieser bereits in der Vergangenheit „im Umfeld eines Fußballspiels“ durch eine polizeiliche Maßnahme bekannt geworden sei.

Auch beim Fußball-Zweitligisten wächst die Zahl gewaltbereiter Fans. Laut früherer Angaben des sächsischen Innenministeriums wurden im vergangenen Jahr 40 Anhänger von RB Leipzig der entsprechenden Kategorie B zugeordnet, im Vorjahr waren es zehn. Bei anderen Vereinen wie Dynamo Dresden (500), Lokomotive Leipzig (150 bis 200) oder Erzgebirge Aue (150) sind weitaus mehr Hooligans polizeilich registriert. Der Großteil von 147 der 215 Tatverdächtigen in Connewitz hatte allerdings keinen erkennbaren Fußballbezug. Wie Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf eine Kleine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz offengelegt hatte, gibt es jedoch intensive Verbindungen in die sächsische Neonazi-Szene.

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