Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Tankstellen-Überfälle mit Blutspritze in Leipzig: Viereinhalb Jahre Haft für Räuber
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Tankstellen-Überfälle mit Blutspritze in Leipzig: Viereinhalb Jahre Haft für Räuber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:33 08.04.2016
Angeklagter Andrea C. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Der Prozess um Raubüberfälle auf zwei Leipziger Tankstellen endete am Freitag mit der Verurteilung zu viereinhalb Jahren Haft. Das Landgericht ordnete zudem die Einweisung des drogenabhängigen Italieners Andrea C. (37) zur Therapie in den Maßregelvollzug an. Bei beiden Beutezügen am 14. Juli 2015 hatte der Angeklagte eine mit seinem Blut gefüllte Spritze als Waffe eingesetzt und damit Kassiererinnen bedroht.

Betroffen war um 19.30 Uhr zunächst die HEM-Tankstelle in der Braunstraße in Schönefeld, wo er Zigaretten und Getränke erbeutete. Angesichts der Spritze übergab die 28-jährige Mitarbeiterin die in Tüten verstauten Zigaretten und Getränke. Sie befürchtete, dass der Täter sie mit Säure habe verletzen wollen.

„Es bestand tatsächlich eine hohe Gefährdung für die Opfer“, sagte Staatsanwältin Sybill Petersen. Denn Andrea C. ist mit Hepatitis C infiziert, die Viren werden vor allem durch Blut übertragen. Zugestochen hat er mit der Hepatitis-verseuchten Spritze allerdings nicht. „Er hatte sie nicht in tatsächlicher Verletzungsabsicht aufgezogen, sondern um zu drohen“, argumentierte Verteidiger Ingo Stolzenburg. Große Angst jagte Andrea C. damit der Kassiererin (19) beim zweiten Überfall am selben Abend gegen 21.30 Uhr auf die bft-Tankstelle in der Riesaer Straße in Paunsdorf ein. Dort erbeutete er zwei Stangen Zigaretten. Laut Geständnis wollte er „die Kippen“ verticken, um an Geld für Drogen zu kommen. Seinem Anwalt zufolge stand C. unter hohem Suchtdruck, wollte nicht wie sonst am Hauptbahnhof betteln. Stolzenburg forderte nicht mehr als vier Jahre und drei Monate Haft, die Staatsanwältin plädierte indes für sechs Jahre und drei Monate. Aufgrund seines markanten Äußeren – kahler Schädel, aber Zopf, Tattoo am Hals und roter Ring im Ohr – war C. relativ schnell der Taten überführt worden. Eigenen Angaben zufolge lebt er seit etwa fünf Jahren in Deutschland. Er hat keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, sie habe sich von ihm losgesagt. Zuletzt war der 37-Jährige arbeitslos, arbeitete zuvor als Koch. „Der einzige Ausweg“, so Richter Rüdiger Harr, bestehe in einer Therapie.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf seinem Weg vom Wintergartenhochhaus in die Südvorstadt hat ein Brandstifter am Freitagmorgen 16 Mülltonnen angezündet und dabei auch mehrere Hausfassaden beschädigt. Die Polizei sucht Zeugen.

08.04.2016

Mit einer Brechstange haben drei Einbrecher am Freitagmorgen in Gohlis die Scheibe eines Ladens zerstört. Anschließend stahlen sie Zigaretten im Wert von 4000 Euro. Durch den Lärm wachte eine Anwohnerin auf.

08.04.2016

Nach der Veröffentlichung von Fahndungsbildern hat eine Zeitungsleserin einen möglichen Handydieb identifiziert. Der 22-Jährige soll einer schlafenden Straßenbahnpassagierin das Smartphone gestohlen haben.

08.04.2016
Anzeige