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Tankstellen-Überfälle mit Blutspritze in Leipzig: Viereinhalb Jahre Haft für Räuber

Urteil des Landgerichts Tankstellen-Überfälle mit Blutspritze in Leipzig: Viereinhalb Jahre Haft für Räuber

Viereinhalb Jahre Haft sowie Therapie – urteilte das Landgericht Leipzig am Freitag über einen Junkie. Der 37 Jahre alte Italiener Andrea C. hatte zwei Tankstellen überfallen und die Kassiererinnen mit einer verseuchten Spritze bedroht.

Angeklagter Andrea C.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Prozess um Raubüberfälle auf zwei Leipziger Tankstellen endete am Freitag mit der Verurteilung zu viereinhalb Jahren Haft. Das Landgericht ordnete zudem die Einweisung des drogenabhängigen Italieners Andrea C. (37) zur Therapie in den Maßregelvollzug an. Bei beiden Beutezügen am 14. Juli 2015 hatte der Angeklagte eine mit seinem Blut gefüllte Spritze als Waffe eingesetzt und damit Kassiererinnen bedroht.

Betroffen war um 19.30 Uhr zunächst die HEM-Tankstelle in der Braunstraße in Schönefeld, wo er Zigaretten und Getränke erbeutete. Angesichts der Spritze übergab die 28-jährige Mitarbeiterin die in Tüten verstauten Zigaretten und Getränke. Sie befürchtete, dass der Täter sie mit Säure habe verletzen wollen.

„Es bestand tatsächlich eine hohe Gefährdung für die Opfer“, sagte Staatsanwältin Sybill Petersen. Denn Andrea C. ist mit Hepatitis C infiziert, die Viren werden vor allem durch Blut übertragen. Zugestochen hat er mit der Hepatitis-verseuchten Spritze allerdings nicht. „Er hatte sie nicht in tatsächlicher Verletzungsabsicht aufgezogen, sondern um zu drohen“, argumentierte Verteidiger Ingo Stolzenburg. Große Angst jagte Andrea C. damit der Kassiererin (19) beim zweiten Überfall am selben Abend gegen 21.30 Uhr auf die bft-Tankstelle in der Riesaer Straße in Paunsdorf ein. Dort erbeutete er zwei Stangen Zigaretten. Laut Geständnis wollte er „die Kippen“ verticken, um an Geld für Drogen zu kommen. Seinem Anwalt zufolge stand C. unter hohem Suchtdruck, wollte nicht wie sonst am Hauptbahnhof betteln. Stolzenburg forderte nicht mehr als vier Jahre und drei Monate Haft, die Staatsanwältin plädierte indes für sechs Jahre und drei Monate. Aufgrund seines markanten Äußeren – kahler Schädel, aber Zopf, Tattoo am Hals und roter Ring im Ohr – war C. relativ schnell der Taten überführt worden. Eigenen Angaben zufolge lebt er seit etwa fünf Jahren in Deutschland. Er hat keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, sie habe sich von ihm losgesagt. Zuletzt war der 37-Jährige arbeitslos, arbeitete zuvor als Koch. „Der einzige Ausweg“, so Richter Rüdiger Harr, bestehe in einer Therapie.

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