Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Tatort BMW-Werk: Fahrraddiebe ärgern Spätschicht

Tatort BMW-Werk: Fahrraddiebe ärgern Spätschicht

Sie schlagen zu, wenn ihre Opfer Spätschicht haben: Fahrraddiebe machen seit Wochen das Werksgelände von BMW im Leipziger Norden unsicher. Allein seit Juli kamen mindestens sechs hochwertige Räder abhanden, bestätigte die Polizei auf LVZ-Anfrage.

Voriger Artikel
Betrüger erschleichen vierstellige Bargeldsumme von 57-jähriger Leipzigerin
Nächster Artikel
Pkw prallt mit Straßenbahn in Leipzig zusammen – Auto muss mit Kran geborgen werden

Seit Wochen das Revier von Dieben: Vom Fahrrad-Parkplatz am BMW-Werksgelände wurden in jüngster Zeit immer wieder Fahrräder gestohlen. Der Polizei liegen allein seit Juli sechs Strafanzeigen vor. Jetzt will das Werk regelmäßige Kontrollen einrichten.

Quelle: André Kempner

Jetzt will das Werk auf die Diebstahlserie reagieren.

Maik W. (*) fuhr meistens mit seinem Rennrad zur Arbeit. "Für manche ist so ein Rad nur ein Fortbewegungsmittel, aber für mich war es auch ein Hobby, in das ich sehr viel Zeit und Herzblut investiert habe", so der BMW-Mitarbeiter. Als er am 11. September nach der Spätschicht nach Hause fahren wollte, war sein 1600 Euro teures Rennrad verschwunden. "Es ist das Letzte, was man sehen möchte, wenn man in der Nacht nach getaner Arbeit aus dem Werk kommt und da nur noch das Schloss baumelt, wo vor Stunden noch das Fahrrad stand", ärgert er sich.

Allein von Juli bis September wurden sechs Fahrräder bei der Polizei als gestohlen erfasst, berichtete Behördensprecher Michael Hille auf LVZ-Anfrage. "Da die Anzeigenerstatter eine Abstellzeit und eine Abholzeit der Räder melden, können wir die Tatzeit auf die Spätschicht eingrenzen." Aufgrund der ungewöhnlichen Häufung der Fälle prüfen die Ermittler, ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht.

"Diese Vorfälle tun uns wirklich leid", sagte BMW-Sprecher Jochen Müller gegenüber der LVZ. "Wir werden entsprechende Maßnahmen ergreifen und beispielsweise regelmäßige Kontrollen durchführen." Außerdem stehe man mit der Polizei in engem Kontakt. Das Werk registrierte sogar schon neun gestohlene Fahrräder seit Jahresbeginn. Müller wies aber darauf hin, dass der Parkplatz und auch Abstellbereich für Fahrräder außerhalb jenes Bereichs liege, wo die Werkssicherheit den Zutritt kontrolliert. "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht", so Müller.

Zumal in einer Stadt, die beim Fahrradklau bundesweit in der Spitzengruppe liegt. Einer aktuellen Studie zufolge befindet sich Leipzig mit durchschnittlich mehr als 16 gestohlenen Fahrrädern pro Tag unter den 80 größten Städten Deutschlands auf Rang vier. Die Polizei hatte auf den enormen Anstieg der Fahrraddiebstähle reagiert und Anfang Mai vergangenen Jahres die spezielle Ermittlungsgruppe "Zentrale Bearbeitung von Fahrradkriminalität" gebildet (die LVZ berichtete).

Die Radfahrer unter den BMW-Angestellten rüsten indes auf. "Viele Kollegen sind schon total entnervt, haben sich bis zu drei Schlösser pro Fahrrad zugelegt", so Maik W. "Und die, die bereits ein 500 bis 1600 Euro teures Rad eingebüßt haben, befürchten, dass es wieder passiert, wenn sie sich ein neues Rad kaufen."

Der Rennradfahrer hat seine ganz eigenen Konsequenzen gezogen: "Ich setze jetzt alles daran, meinen Führerschein zu erhalten und fahre wohl lieber erst einmal mit Auto zur Arbeit." Frank Döring

(*) Name geändert

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2013

Döring, Frank

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Hier erreichen Sie das Ordnungsamt

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr