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Tatort Neuschönefeld: Polizei muss Einertstraße gewaltsam räumen – Trick führt zu Schlägern

Tatort Neuschönefeld: Polizei muss Einertstraße gewaltsam räumen – Trick führt zu Schlägern

Leipzig. Vier Männer hat die Polizei wenige Stunden nach den brutalen Übergriffen an der Eisenbahnstraße festgenommen. Drei der mutmaßlichen Schläger könnte eine Anklage wegen versuchten Totschlags erwarten, der Vierte soll sich wegen schweren Landfriedensbruchs und schwerer Körperverletzung verantworten.

Dabei stellten sich die Ermittlungen alles andere als einfach dar.

„Wenige Minuten nach dem ersten Notruf trafen Polizeibeamte vor Ort ein und fanden – verständlicherweise – einen höchst aufgeregten Personenkreis vor“, teilten die Ermittler am Montag mit. Von den Angreifern war da schon nichts mehr zu sehen. Sie hatten, offenbar durch die Signale der Streifenwagen gewarnt, das Weite gesucht.

Vor dem Haus der irakischen Familie an der Einertstraße im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld herrschte dennoch weiter ein Massenauflauf. Rund 100 Personen hatten sich dort bei der Ankunft der Ordnungshüter aufgebaut. „Durch ihr Verhalten behinderten sie die Arbeit von Polizei und Rettungswesen“, so die Ermittler. Trotz Aufforderung wollte offenbar niemand seinen Platz räumen. „So konnte der Tatort letztlich nur unter Anwendung einfacher körperlicher Gewalt abgesperrt werden“, hieß es einen Tag später von der Polizei. Übersetzt bedeutet das: Die Beamten drängten die Schaulustigen ab.

Erst danach hatten die Ermittler einen freien Blick auf den Fluchtweg der Schläger. Die Route war mit weggeworfenen Latten und Messern markiert. Zudem deuteten Blutspuren auf Verletzte hin. Diese Hinweise brachte die Kriminalisten schließlich auf die entscheidende Idee. Sie postierten Kollegen an den Leipziger Kliniken, in der Hoffnung, dass sich dort auch die mutmaßlichen Täter behandeln lassen. Die Taktik ging auf. In den Notaufnahmen gingen den Ordnungshütern in den folgenden Stunden gleich mehrere Beteiligte ins Netz.

Der Ort des nächtlichen Übergriffs blieb bis zum Montagvormittag gesperrt. Kriminaltechniker sicherten dort Spuren. Außerdem vernahmen Polizisten Zeugen und versuchten alle Personalien der Beteiligten zu ermitteln.

Matthias Roth

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