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Technischer Defekt löste tödliches Fahrstuhl-Unglück in Leipziger Seniorenheim aus

Technischer Defekt löste tödliches Fahrstuhl-Unglück in Leipziger Seniorenheim aus

Die Ursache steht fest, doch die Schuldfrage wird wohl nie geklärt werden: Fast ein Jahr nach dem tödlichen Fahrstuhl-Unglück in einem Seniorenheim in Thekla sind sich die Ermittler sicher, dass an dem Lift ein technischer Defekt vorlag.

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Im AWO-Seniorenzentrum „Dr. Margarete Blank“ in Leipzgi-Thekla starb im September 2013 eine 93-jährige Frau in einem Fahrstuhl. Jetzt steht fest: Ein technischer Defekt löste das tödliche Unglück aus.

Quelle: Holger Baumgärtner

Leipzig. Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig auf Anfrage von LVZ-Online mitteilte, habe sich der Aufzug nach dem Öffnen der Türen durch eine fehlerhafte Bremssteuerung in Bewegung gesetzt und die 93-jährige Seniorin dabei tödlich verletzt.

Das tragische Unglück am 3. September vergangenen Jahres hatte im AWO-Seniorenzentrum „Dr. Margarete Blank“ in der Oelsnitzer Straße große Bestürzung ausgelöst. Die 93-Jährige wollte am Mittag zusammen mit anderen Bewohnern den Lift in der sechsten Etage betreten. Als er beim Einsteigen plötzlich losfuhr, stürzte die Frau und wurde von der aufwärts fahrenden Kabine zwischen Decke und Fahrstuhlschacht eingeklemmt. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Dieses wurde nun jedoch eingestellt.

Fehler bei TÜV-Prüfung nicht nachweisbar

„Wer Schuld an dem Unglück trägt, konnte letztlich nicht geklärt werden“, erklärte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. In einem technischen Gutachten habe nicht festgestellt werden können, ob der Defekt bereits vor oder erst nach der letzten Untersuchung auftrat. Der elf Jahre alte Aufzug hatte gerade erst frischen TÜV und war in den drei Monaten vor dem Unglück je einmal überprüft und gewartet worden. Dabei seien keine Mängel erkannt worden, so Schulz.

„Es ist nicht nachweisbar, dass ein fahrlässiges Verhalten vorlag, also der technische Defekt durch eine Wartung hätte erkannt werden können“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter. Daher gebe es auch keinen Anfangsverdacht für eine Straftat, wie eine Verletzung der Sorgfaltspflicht. Den Hersteller treffe ebenfalls keine Schuld. „Es war kein offensichtlicher Verschleiß an relevanten Teilen festzustellen“, sagte der Oberstaatsanwalt.

Offen bleibe jedoch die Frage, ob angesichts eines solchen Unglücks die Sicherheitsmaßnahmen für Aufzüge ausreichen. „Auf die möglichen Konsequenzen, wie solchen Unfällen künftig begegnet werden kann, haben wir jedoch keinen Einfluss“, so Schulz.

Ermittlungen nach Unglück in Grünau laufen noch

Bei dem zweiten tödlichen Fahrstuhl-Unglück in Leipzig, das sich nur knapp zwei Wochen später im Stadtteil Grünau ereignete, stehen die Ermittler noch vor einem Rätsel. Ein 22-Jähriger war damals in einem 16-Geschosser in der Stuttgarter Allee in einem Aufzugschacht in die Tiefe gestürzt. Dabei prallte er auf der Kabine auf. Wie und warum der nicht in dem Haus gemeldete Mann dorthin kam, ist bislang aber noch immer nicht geklärt.

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Der Todeslift von Grünau: In diesem Aufzug kam im September 2013 ein 22-jähriger Leipziger ums Leben.

Quelle: André Kempner

Einiges spricht dafür, dass sich der Leipziger freiwillig in den Schacht begeben haben muss. „Es gibt bislang keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder eine Straftat“, sagte Schulz. Die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass der 22-Jährige in den Fahrstuhlschacht geworfen oder gestoßen wurde. Die tödlichen Verletzungen zog sich der Mann der Obduktion zufolge beim Sturz zu. Seine Leiche war am Morgen des 16. September 2013 zwischen Kabine und Wand eingeklemmt aufgefunden worden, nachdem der Aufzug zwischen erster und zweiter Etage stecken gebliebenen war.

Robert Nößler

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