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Terrorverdächtiger in der Nacht in Leipzig festgenommen - Polizei sichert Spuren

SEK-Einsatz Terrorverdächtiger in der Nacht in Leipzig festgenommen - Polizei sichert Spuren

Der flüchtige Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr ist in der Nacht zum Montag in Leipzig festgenommen worden. Der Gesuchte hatte sich in einer Wohnung in Paunsdorf aufgehalten. Dort sicherte die Polizei am Morgen Spuren.

Der Terrorverdächtige wurde in der Nacht zu Montag in Paunsdorf festgenommen. Am Morgen nahm die Polizei mehrere Gegenstände aus der Wohnung mit.

Quelle: Baumgärtner/Kempner

Leipzig. Der flüchtige Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr ist in der Nacht zum Montag in Leipzig festgenommen worden. "Wir sind geschafft, aber überglücklich", teilte die sächsische Polizei am Morgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Auf Facebook hieß es von den Beamten, dass in den frühen Morgenstunden der Hinweis eingegangen sei, dass Landsleute den Tatverdächtigen in einer Wohnung festhalten. Daraufhin nahmen die Einsatzkräfte den 22-Jährigen in dem Plattenbau in Paunsdorf fest. Er sei sicher identifiziert worden.  

Wie Spiegel Online meldete, erfolgte der Zugriff um 0.42 Uhr. Demnach habe der Verdächtige einen anderen Syrer zuvor am Leipziger Hauptbahnhof angesprochen und gefragt, ob er bei ihm schlafen könne. Der Mann nahm Dschaber al-Bakr mit zu sich und alarmierte die Polizei. Laut Spiegel Online sei Dschaber al-Bakr von den Beamten gefesselt in der Wohnung in der Hartriegelstraße vorgefunden worden.

In der Nacht zu Montag ist der Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr in Leipzig-Paunsdorf festgenommen worden. Fotos: Holger Baumgärtner/André Kempner

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Polizei stellt Klappstuhl und Taschen sicher

Wie Augenzeugen berichteten, war dort in der Nacht zu Montag ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei angerückt. Beamte seien demnach mit gezückten Sturmgewehren durch die Büsche gelaufen, ein Hubschrauber habe über den Dächern gekreist. Mehr als zehn schwarze Geländewagen der Polizei seien vor Ort gewesen.

Bis Montagmorgen war das Haus in Paunsdorf noch von der Polizei abgesperrt. Beamte trugen mehrere Säcke, Taschen und einen Klappstuhl aus der Wohnung. Am Vormittag hob die Polizei die Sperrung vor dem Gebäude wieder auf.

Polizisten sicherten am Morgen Spuren aus der Wohnung in Paunsdorf.

Quelle: André Kempner

Al-Bakr soll nun nach Karlsruhe überstellt werden. Am Sonntag hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Nach LVZ-Recherchen hatte al-Bakr auch in Eilenburg bei Leipzig eine Wohnung. Sie wurde von der Polizei versiegelt.

In dieser Wohnung in der Bergstraße 72 wohnte Dschaber al-Bakr in Eilenburg. Fotos: Ilka Fischer

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Ermittlungen wegen schwerer staatsgefährdender Gewalttat

Ein am Wochenende in Chemnitz festgenommner mutmaßlicher Komplize des Terrorverdächtigen aus Syrien ist derweil in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen den Landsmann des 22-jährigen Dschaber al-Bakr wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Montag in Dresden Haftbefehl wegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (Paragraf 89a StGB) erlassen. Der Syrer ist der Mieter der Wohnung in einem Chemnitzer Plattenbauviertel, in der sich der Hauptverdächtige al-Bakr aufgehalten und wo die Polizei am Samstag gefährlichen Sprengstoff gefunden hatte. Der 33-Jährige war wenig später am Hauptbahnhof der Industriestadt festgenommen worden. Beide Männer sind als Flüchtlinge registriert.

Der 22-jährige Syrer al-Bakr war seit einer Anti-Terror-Razzia am Samstag in Chemnitz auf der Flucht. Er war einer Festnahme knapp entkommen. Bei der anschließenden Durchsuchung einer Wohnung, in der sich al-Bakr aufgehalten hatte, waren mehrere Hundert Gramm eines hochexplosiven Sprengstoffs gefunden worden. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presseagentur am Wochenende, dass es einen Zusammenhang mit dem "Islamischen Staat" gibt. Am Wochenende waren an Flughäfen in Mitteldeutschland die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden

Wie die Polizei am Montag mitteilte, dauert die Tatortarbeit in der Chemnitzer Wohnung, in der Sprengstoff gefunden wurde, noch an. "Ein Ende ist nicht in Sicht. Bewohner können noch nicht zurück", hieß es bei Twitter. (mit dpa)

luc

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