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Terrorwarnung am Leipziger Fürstenhof: Anrufer soll Sozialstunden leisten

Großeinsatz der Polizei Terrorwarnung am Leipziger Fürstenhof: Anrufer soll Sozialstunden leisten

Kommt ein 15-Jähriger nach dem Großeinsatz der Polizei am Leipziger Fürstenhof mit einem blauen Auge davon? Wenn der Österreicher Sozialstunden ableistet, dann wird das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Polizeieinsatz am Fürstenhof.

Quelle: dpa

Leipzig. Großer Polizeieinsatz im September in Leipzig: Anrufer hatten dem Hotel „Fürstenhof“ mit einem Anschlag gedroht. Es war ein schlechter Scherz von zwei Jugendlichen, wie die Behörden herausgefunden haben.

Ein damals 15-Jähriger, der im vergangenen September telefonisch im Leipziger Hotel „Fürstenhof“ mit einem Anschlag gedroht hatte, kommt vermutlich mit einem blauen Auge davon. Er sei auf das Angebot der Staatsanwaltschaft Innsbruck eingegangen, sich zur Ableistung von Sozialstunden zu verpflichten, sagte Behördensprecher Hansjörg Mayr.

Komme der Jugendliche dieser Auflage nach, werde das Strafverfahren gegen ihn eingestellt. Das Verfahren gegen einen zum Tatzeitpunkt 13-Jährigen, der den Anruf gemeinsam mit seinem Freund getätigt hatte, war schon im vergangenen Jahr wegen Strafunmündigkeit eingestellt worden.

Im Leipziger Hotel „Fürstenhof“ hat ein unbekannter Anrufer in der Nacht zum Dienstag mit einem Terroranschlag gedroht. Die Polizei sichert das Gebäude, kontrolliert schwer bewaffnet Zufahrtsstraßen.

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Lange Zeit war unklar geblieben, ob den damals 15-Jährigen überhaupt eine Strafe erwartete. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst ein Gutachten dazu angefordert, ob der Jugendliche das Ausmaß seines Tuns überschauen konnte. Da der Gutachter dies bejahte, wurde das Verfahren fortgeführt. Jetzt kann der Jugendliche durch Ableisten der Sozialstunden einer eventuell härteren Strafe entgehen.

Unklar ist noch die zivilrechtliche Seite. Wer muss den Einsatz der Polizei bezahlen? Allein die Personalkosten liegen im fünfstelligen Bereich, hieß es in einer ersten Berechnung aus dem zurückliegenden November. Noch nicht erhoben waren damals die Kosten für die genutzte Technik. Die Polizei hatte in dem Fall groß aufgefahren.

Grundsätzlich werden die Kosten aber nach dem Verursacherprinzip umgelegt. Sofern Kinder und Jugendliche beispielsweise wegen Strafunmündigkeit oder Schuldunfähigkeit nicht belangt werden können, würde der Kostenbescheid an deren Erziehungsberechtigte geschickt.

Das Duo hatte Anfang September aus Österreich bei dem Leipziger Hotel angerufen und mit einem Anschlag gedroht. Mehr als 300 Polizisten riegelten das Hotel stundenlang ab und durchsuchten mit Spürhunden das Gebäude. Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kam zum Einsatz, um eventuell auf dem Dach des Hotels oder einer unmittelbar angrenzenden Baustelle Verdächtige aufzuspüren.

Jörg Aberger/Frank Döring

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