Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Tödliche Schüsse in Leipzig: Hells-Angels-Mitglied wegen Mordverdacht in Haft

Bandenkrieg auf der Eisenbahnstraße? Tödliche Schüsse in Leipzig: Hells-Angels-Mitglied wegen Mordverdacht in Haft

Am Samstag sind drei Männer auf der Leipziger Eisenbahnstraße niedergeschossen worden. Eines der Opfer verstarb. Die Polizei nahm 14 Personen fest, darunter auch den mutmaßlichen Schützen.

 Einer der Festgenommen „Hells Angels“ am Samstag auf der Eisenbahnstraße in Leipzig.
 

Quelle: dpa

Leipzig. Nach einer folgenschweren Schießerei am Samstag auf der Leipziger Eisenbahnstraße hat die Polizei 14 Personen festgenommen – darunter auch den mutmaßlichen Schützen. Gegen den 30-Jährigen wurde am Sonntag von einem Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes erlassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Wie Polizeisprecher Alexander Bertram gegenüber LVZ.de sagte, gehöre der Mann wie auch die 13 anderen Festgenommenen zur Rockergruppe „Hells Angels“. Die übrigen Männer sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Gegen sie wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und besonders schwerem Landfriedensbruch ermittelt.

Die Auseinandersetzung begann gegen Mittag in einer Bar an der Eisenbahnstraße, hieß es. Auf Höhe des Otto-Runki-Platzes eskalierte der Streit gegen 15.30 Uhr und der 30-jährige mutmaßliche Haupttäter soll dann auf drei Personen geschossen haben. Alle Opfer gehören zur Straßengang „United Tribuns“, so der Behördensprecher weiter. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten brachten die Lage schließlich wieder unter Kontrolle.

Bei einer Schießerei zwischen Mitgliedern der Streetgang "United Tribuns" und der Motorrad-Gang "Hells Angels" am Samstagnachmittag sind ein Mann getötet, zwei weitere verletzt worden.

Zur Bildergalerie

Opfer stirbt im Krankenhaus – zwei weitere Verletzte

Einer der drei Niedergeschossenen verstarb trotz zwischenzeitlicher Reanimation noch am Samstag in einem Leipziger Krankenhaus. Seine Identität ist bisher noch unklar, so die Polizei. Auf der Facebook-Seite der „United Tribuns“ wurde allerdings bereits ein Bild eines Mannes veröffentlicht, der angeblich der Tote sein soll. Dazu heißt es: "Ruhe in Frieden Bruderherz. Möge Gott deiner Familie Kraft geben!!! in der schweren Stunden.." (Anmerk. der Red.: Fehler im Original)

Die anderen beiden Opfer im Alter von 31 und 34 Jahren erlitten ebenfalls schwere Verletzungen, sind aber am Leben, sagte Polizeisprecher Bertram. Am Sonntagnachmittag kamen mehrere Dutzend Personen auf der Eisenbahnstraße zu einem Trauermarsch zusammen, um an die Opfer der Schießerei zu erinnern.

Zum Stand der weiteren Ermittlungen wurden bisher keine Angaben gemacht. Warum es zur Schießerei kam, bleibt deshalb unklar. Sicher ist aber: Seit Wochen gärt es im Umfeld einer Sporthalle im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld. Anfang Juni waren hier bereits mehrere Dutzend Personen aneinander geraten, standen sich zwei Gruppen drohend im Stadtteilpark Rabet gegenüber.

Auslöser des Drohszenarios damals soll ein Streit zwischen zwei Männern an der Sporthalle gewesen. Als die Polizei am Tatort eintraf, verstreuten sich die einander drohenden Personen aber in alle Windrichtungen.

Am Samstag als auch beim Szenario Anfang Juni wurden Personen mit typischen Gangwesten im Umfeld der Auseinandersetzungen gesehen – darunter Mitglieder der „White Lions Leipzig“. Ob diese Gruppe am Samstag ebenfalls eine Rolle gespielt, ließ der Behördensprecher gegenüber LVZ.de offen. Die Ermittlungen seien dazu noch nicht abgeschlossen.

Nach der Schießerei am Samstag hat die Polizei noch einmal ihre Präsenz rings um den Tatort erhöht. Dabei kommen auch Beamte mit automatischen Waffen zum Einsatz, berichten Augenzeugen. Das bestätigte der Polizeisprecher: „Wir haben unsere Streifentätigkeit noch einmal verstärkt und Maschinenpistolen sind ja immer einsatzfähig, werden nur meist nicht offen gezeigt“, sagte Alexander Bertram. Angesichts der Drohsituation im Stadtteil werden die Waffen nun aber auch sichtbar getragen.

Die "United Tribuns" sind laut Medienberichten ein Zusammenschluss von Bodybuildern und Kampfsportlern und traten erstmals vor zwölf Jahren in Baden-Württemberg in Erscheinung. Seit Anfang dieses Jahres soll es auch in Leipzig einen Ableger mit dem Titel "Iron City Leipzig" geben. Im April wurde im baden-württembergischen Heidenheim ein Mitglied der "United Tribuns" niedergeschossen und starb später an den Verletzungen.

Von mpu / nöß / joka

Hinweis: Die Polizei korrigierte die Zahl der festgenommenen Hells-Angels-Mitglieder am Abend von 15 auf 14 nach unten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr