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Tödliche Verfolgungsjagd in Leipzig – tragen Polizisten Mitschuld?

Zeugen gesucht Tödliche Verfolgungsjagd in Leipzig – tragen Polizisten Mitschuld?

Nach dem tödlichen Ende einer Verfolgungsjagd durch Leipzig gibt es viele Fragen. Der 31-jährige Autofahrer, der am Samstagmorgen bei einem Unfall starb, flüchtete quer durch die Stadt. Ermittler prüfen nun: Tragen die Polizisten vielleicht eine Mitschuld an dem Unfall?

Bei einer Polizei-Verfolgungsjagd kam am Samstagmorgen ein 31-Jähriger in Leipzig ums Leben. (Symbolfoto)
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Quer durch die Stadt raste er mit seinem Audi der Polizei davon, am Ende bezahlte er die Flucht mit seinem Leben. Nach dem tragischen Unfall, bei dem am Samstagmorgen in Leipzig-Gohlis ein 31-Jähriger starb, hat die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Es soll neben den Umständen des Unglücks auch die Frage klären, ob sich die beteiligten Polizisten vielleicht strafbar gemacht haben. „Insbesondere ist zu ermitteln, ob ein Fremdverschulden gegeben ist“, sagte Jana Friedrich, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Leipzig, am Mittwoch gegenüber LVZ.de. Sollte sich dabei ein strafrechtlich relevanter Anfangsverdacht ergeben, werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die zwei Beamten aus dem Streifenwagen, der mit dem Fluchtauto vor dem Unglüpck zusammenstieß, sind weiterhin im Dienst. Sie seien von den tragischen Ereignissen „mitgenommen“, aber nicht krankgeschrieben, sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf gegenüber LVZ.de. Um den Unfall und die Flucht von Lindenau durch die Innenstadt bis nach Gohlis rekonstruieren zu können, sucht die Polizei nun Zeugen der Ereignisse. „Wir haben bislang nur die Aussagen der beteiligten Polizisten“, so Braunsdorf.

Fluchtwagen wich Polizeisperre aus

Rückblick: Gegen 3.20 Uhr in der Nacht zum Samstag fällt der Streifenwagenbesatzung im Leipziger Westen eine dunkle Limousine auf. Bei einer Überprüfung der Kennzeichen stellt sich heraus, dass diese als gestohlen gemeldet und zur Fahndung ausgeschrieben sind. Als die Polizisten den Audi im Bereich Merseburger Straße / Jahnallee stoppen wollen, gibt der polizeibekannte 31-jährige Fahrer aus Halle Gas.

Mit „deutlich überhöhter Geschwindigkeit“ und „sehr aggressivem“ Fahrstil rast der Mann laut Braunsdorf in Richtung Innenstadt und dann über die Gerberstraße gen Norden. Im Bereich Eutritzscher Straße / Roscherstraße will ein hinzugerufener Streifenwagen den Fahrer stoppen und verengt die Fahrbahn. Der Hallenser weicht der Sperre jedoch aus und flüchtet weiter Richtung Landsberger Straße. Auf einer unbefestigten Straße an der Bahnlinie in der Sternsiedlung Möckern versucht er die Beamten abzuschütteln, doch diese bleiben ihm auf den Fersen. Inzwischen sind mehrere Streifenwagen mit Blaulicht zur Unterstützung angefordert.

Auf der Max-Liebermann-Straße, in Höhe der General-Olbricht-Kaserne, endet die Flucht gegen 3.30 Uhr tragisch. Der Audi-Fahrer wechselt laut Braunsdorf auf der vierspurigen Straße die Spur, rammt ein seitlich versetzt fahrendes Polizeiauto im vorderen Bereich und verliert daraufhin die Kontrolle. Das Auto kracht mit hohem Tempo gegen einen Laternenmast. Ein herbeigerufener Notarzt kann nur noch den Tod des 31-Jährigen feststellen.

Stand Fahrer unter Alkohol oder Drogen?

Ob der Hallenser bei der Flucht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, wird derzeit noch geprüft. Eine Obduktion der Leiche sei durchgeführt worden, so Braunsdorf. Die Ergebnisse eines toxikologischen Gutachtens sollen jedoch erst in einigen Tagen vorliegen.

Zeugenhinweise nimmt die Verkehrspolizeiinspektion in der Schongauerstraße 13 unter der Telefonnummer 0341 / 255 28 51 (tagsüber) oder 255 29 10 (nachts) entgegen.

Von Robert Nößler

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