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Polizeiticker Leipzig Tödlicher Unfall mit Straßenbahn - Fußgänger hörte wahrscheinlich Musik über Kopfhörer
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Tödlicher Unfall mit Straßenbahn - Fußgänger hörte wahrscheinlich Musik über Kopfhörer
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23:59 25.06.2014
Tragischer Unfall auf der Georg-Schumann-Straße: Ein Fußgänger wurde am Dienstag von einer Straßenbahn erfasst und dabei tödlich verletzt. Quelle: Jens Schmidt
Leipzig

Dies teilte Polizeisprecher Andreas Loepki auf Anfrage der LVZ mit. Es könne zwar nicht festgestellt werden, wie laut der Mann Musik hörte. Aber die Unfallermittler gehen mittlerweile davon aus, dass das Tragen der Kopfhörer eine Erklärung dafür sein dürfte, warum der Mann die nahende Straßenbahn offenkundig überhaupt nicht wahrgenommen hat.

Das deckt sich auch mit Aussagen von Zeugen des Unfalldramas. "Ich dachte noch, er wird im letzten Moment zur Seite springen, weil die Bahn auch ganz laut geklingelt hat", sagte gestern Elena Treiber, die in der Nähe stand, gegenüber der LVZ. "Aber es sah so aus, als ob er die Straßenbahn weder gesehen noch gehört hat."

Wie berichtet, lief der Mann in Höhe der Natonekstraße über die Georg-Schumann-Straße, soll kurz stehengeblieben sein, ging dann weiter auf die Gleise und wurde von der Linie 11 erfasst. Mit seinem Kopf prallte er derart heftig gegen die Frontscheibe der Bahn, dass das Glas zu Bruch ging. Er zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu, denen er trotz des sofortigen Einsatzes der Rettungskräfte wenig später erlag.

Kopfhörer waren oft Schuld an Unfällen

Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu schweren Unfällen, bei denen die Opfer durch Kopfhörer so abgelenkt waren, dass sie Gefahren nicht wahrnahmen. So wurde im Juni 2010 eine 15-Jährige an der Zentralhaltestelle vor dem Hauptbahnhof von einer Linie 1 erfasst. Sie war mit Kopfhörern über die Gleise gerannt, musste nach dem Unfall notoperiert werden.

Im April 2008 wurde ein 17-Jähriger beim Überqueren der Georg-Schwarz-Straße von einer Straßenbahn angefahren. Auch er hatte Kopfhörer auf und bekam aus diesem Grund vom Verkehrsgeschehen offenbar gar nichts mit.

Ebenso wie eine 19-jährige Radfahrerin, die im Mai 2006 an einem Bahn­übergang in der Nähe der Brückenstraße von einer Lok erfasst und lebensgefährlich verletzt wurde. Die junge Frau war durch ihre Musik via Kopfhörer so abgelenkt, dass sie das herannahende Schienenmessfahrzeug nicht bemerkte und sogar das rot blinkende Andreaskreuz übersah.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2014

Döring, Frank

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