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Toter aus dem Elsterbecken ist ein junger Leipziger - Polizei steht vor neuen Rätseln

Toter aus dem Elsterbecken ist ein junger Leipziger - Polizei steht vor neuen Rätseln

Das Rätsel um den grausigen Leichenfund ist gelöst, doch die Ermittler stehen vor neuen Fragen. Nach fast vier Wochen konnte der zerstückelte Tote aus dem Leipziger Elsterbecken identifiziert werden.

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Der Tote aus dem Leipziger Elsterflutbecken ist identifiziert: Es handelt sich um den 23-jährigen Jonathan H. aus Leipzig.

Quelle: Polizei

Leipzig. Es handele sich um den 23-jährigen Jonathan H. aus Leipzig, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung habe ein DNA-Vergleich die Identität des jungen Mannes bestätigt.

Mehrere Personen, die Jonathan H. schon länger nicht mehr gesehen hatten, meldeten sich nach dem Zeugenaufruf Mitte November bei der Polizei. „Es konnte daraufhin festgestellt werden, wo er sich aufhielt und eine DNA-Probe genommen werden. Diese ergab eine Übereinstimmung“, erklärte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz gegenüber LVZ-Online. Die Polizei hatte zuvor für richtige Hinweise zur Identität des zerstückelten Mordopfers 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Bei den Hinweisgebern handelte es sich nicht um die Angehörigen, sondern um „Bekannte“, wie Schulz es vorsichtig formulierte. Eine Vermisstenanzeige aus der Familie habe nicht vorgelegen. Der gebürtige Leipziger lebte getrennt von seinen Eltern in der Messestadt. „Ein Elternteil ist ostasiatischer Abstammung“, sagte der Staatsanwalt.

Polizei sucht Hinweise aus der Bevölkerung

Zum Wohnort der Eltern hüllte sich Schulz ebenso in Schweigen wie zum Stadtteil, in dem H. wohnte, oder zu seiner beruflichen Tätigkeit und verwies auf die laufenden Ermittlungen. „Hier sind wir gerade dabei, alles wie ein Puzzle zusammenzufügen.“ Dabei sei die 30-köpfige erweiterte Mordkommission „Elster“ auch auf Hinweise auf der Bevölkerung angewiesen. Sie veröffentlichte deshalb am Freitag ein Foto des Toten.

„Wir suchen Personen, die wissen, wo sich der Mann aufgehalten hat, mit wem er verkehrt hat und was er genau gemacht hat“, erklärte Schulz. Dazu gehöre der Bäcker, bei dem Jonathan H. seine Brötchen kaufte, ebenso wie „mögliche Internetbekanntschaften“, so der Staatsanwalt. Auch Angaben zu regelmäßigen Treffpunkten und Hobbys erhoffen sich die Ermittler, um so den potenziellen Täterkreis eingrenzen zu können.

Video-Aufnahmen werden ausgewertet

Wie Schulz weiter erklärte, war Jonathan H. nicht vorbestraft. Dies erkläre auch, warum seine DNA nicht in der Datenbank des Bundeskriminalamtes (BKA) auftauchte, die die Ermittler zur Aufklärung des Falls durchsucht hatten. Es sei wahrscheinlich, dass zur Aufklärung des Falles nun auch Video-Aufzeichnungen neu ausgewertet würden, die die Polizei Anfang November von den Schaulustigen der Leichen-Suche am Elsterbecken gemacht hatte. „Die Ermittler werden alle Ansätze ausnutzen“, so Schulz.

Am 6. November waren am Leipziger Elsterbecken Teile der zerstückelten Leiche von Jonathan H. aufgetaucht. Zunächst fand ein Pilzsammler in der Uferböschung zwischen Palmengartenwehr und Zeppelinbrücke einen Arm, später wurden ein weiterer Arm sowie der Torso gefunden. Wochenlang hatten die Ermittler über die Identität des Toten gerätselt. Bis heute fehlen von Kopf und den Beinen des Getöteten jede Spur.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in der Dimitroffstraße 1, telefonisch unter (0341) 96 64 25 53 oder unter der E-Mail-Adresse emuk.elster@polizei.sachsen.de zu melden.

Robert Nößler

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