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Toter nach Kran-Unglück in Leipzig-Gohlis geborgen – umliegende Häuser evakuiert

Toter nach Kran-Unglück in Leipzig-Gohlis geborgen – umliegende Häuser evakuiert

Leipzig. Nach dem tödlichen Kran-Unfall auf einer Baustelle in Leipzig-Gohlis haben Rettungskräfte am Mittwochabend das 56-jährige Opfer geborgen.

Bei dem Verunglückten handelte es sich um einen Mann aus dem Raum Leipzig. Er habe zweifelsfrei identifiziert werden können, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Gegen den 53-jährigen Kranführer wird inzwischen wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Um die Leiche zu bergen, mussten zwei umliegende Mehrfamilienhäuser evakuiert werden. Es sei zu befürchten gewesen, dass der Kran zurückkippen und dabei gegen die Gebäude schlagen könne, so Polizeisprecher Andreas Loepki. Die Bewohner der Häuser in der Fleißnerstraße kamen aus Sicherheitsgründen vorübergehend in einem bereitgestellten Bus unter. Sie verbrachten die Nacht bei Bekannten.

Kran soll am Donnerstag aufgerichtet werden

Der 56-jährige Bauarbeiter war am Mittwochnachmittag gegen 15.20 Uhr von dem seitlich umkippenden Kran erschlagen worden. Der tonnenschwere Ausleger prallte auf dem ersten Geschoss des Rohbaus und einem daran befestigten Gerüst auf. Der dort arbeitende Mann hatte keine Chance. Er starb noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen.

Gegen 19.30 Uhr – gut vier Stunden nach dem tragischen Unglück an der Ecke Hans-Oster-Straße/Jägerstraße – konnte die Leiche des Verunglückten geborgen werden. Weil sich der mobile Autokran und der Ausleger noch bewegten, gestaltete sich der Einsatz für die Feuerwehr enorm schwierig. Zunächst musste die Maschine unter anderem mit Seilen stabilisiert werden. Auch das Technische Hilfswerk war dafür angefordert worden.

„In den heutigen Vormittagsstunden wird sich ein Experte für den verunglückten Krantyp ein Bild von der Situation machen. Danach wird die weitere Vorgehensweise entschieden“, so Loepki. Am Donnerstagabend wurde der Kran dann aufgerichtet, dessen Ausleger eingefahren. Hierzu wurde ein Spezialkran angefordert. Ob das Fahrzeug noch am Donnerstag abtransportiert wird, war noch nicht klar.

Fahrzeug stand laut Polizei auf „unbefestigtem Grund“

Gegen den 53-jährigen Kranführer, der einen Schock erlitt und ins Krankenhaus kam, wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Warum es zu dem Unglück kam, ist jedoch noch nicht geklärt. „Die Ermittlungen werden in alle Richtungen geführt“, betonte Loepki. Inwieweit der aufgrund des Regens stark durchgeweichte Boden zu der Tragödie geführt hat, soll untersucht werden. Der Kran stand laut Polizei auf unbefestigtem Grund.

Neben der Kripo ermitteln auch Experten der Abteilung Arbeitsschutz der Landesdirektion. Um den Unglücksort vor einer weiteren Durchnässung zu schützen, wurde der Bereich um den Kran in der Nacht großflächig mit Folien ausgelegt. Damit sollte Spuren gesichert und ein weiteres Absacken verhindert werden.

Robert Nößler

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