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Tragödie in Leipzig-Gohlis: 26-jährige Mutter war erneut schwanger

Tragödie in Leipzig-Gohlis: 26-jährige Mutter war erneut schwanger

Die erschütternden Details rund um den Tod der drogensüchtigen Christin F. (26) und ihres Sohnes Kieron-Marcel (2) aus Leipzig-Gohlis reißen nicht ab. „Die Frau war schwanger“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf-Uwe Korth gegenüber LVZ-Online.

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Anwohner hatten die Rettungskräfte in der Nacht zum Sonntag zur Wohnung im Stadtteil Gohlis-Süd gerufen.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Das hätten die Gerichtsmediziner bei der Obduktion festgestellt. Weitere Einzelheiten wollte der Ermittler nicht bekannt geben. Im Dunkeln bleibt damit auch, wer der Vater des ungeborenen Kindes ist.

In der vergangenen Wochen war bekannt geworden, dass das Martyrium des zweijährigen Jungen nach Informationen der Staatsanwaltschaft womöglich deutlich länger als bisher angenommen dauerte.

In ihrem abschließenden Gutachten auf Grundlage der Obduktionsergebnisse stellen die Rechtsmediziner fest, dass der Tod von Christin F. im Zeitraum zwischen 7. und 10. Juni eingetreten ist. Wie berichtet, starb die seit ihrem 16. Lebensjahr rauschgiftabhängige Frau an einer Drogenmischintoxikation, einem Mix aus Heroin und Kokain - in der Szene als "Hot and cold" bekannt.

Ihr Sohn lebte laut Korth möglicherweise noch eine ganze Woche lang neben seiner toten Mutter in der Parterrewohnung in der Möckernschen Straße und nicht, wie bisher angenommen, höchstens zwei, drei Tage. Nach Erkenntnissen der Gerichtsmedizin trat der Tod des Zweijährigen im Zeitraum zwischen 13. und 14. Juni ein.

"Einen konkreten Todeszeitpunkt werden die Rechtsmediziner möglicherweise nie ermitteln können", sagte Korth. "Wahrscheinlich lässt sich der fragliche Zeitraum nur mit Hilfe von Zeugenaussagen weiter eingrenzen."

Bekannt ist, dass es noch am Abend des 4. Juni einen Polizeieinsatz an dem Mietshaus in der Möckernschen Straße gab, weil sich Christin F. unter Entzugserscheinungen wild gebärdet haben soll. Ein Hausbewohner hatte die Polizei alarmiert, weil sie diverses Inventar aus dem Fenster ihrer Parterrewohnung geworfen und geschrien haben soll. Als Beamte bei ihr klingelten, öffnete sie allerdings nicht.

Vermisst hat Mutter und Kind offenbar niemand. Erst etwa eine Woche nach dem Tod von Christin F., in der Nacht zum 17. Juni, waren die Leichen entdeckt worden, weil Verwesungsgeruch durch das Treppenhaus drang.

Seit Jahren war die Problemfamilie in Betreuung von Jugendamt und Allgemeinem Sozialdienst (ASD), am 10. April brachen die Behörden den Kontakt ab - angeblich liege keine Kindeswohlgefährdung vor.

 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Jugendamtsleiter Siegfried Haller und die Chefin des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD), Sybill Radig wegen Totschlags durch Unterlassen. "Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor", so Oberstaatsanwalt Korth.

Mro/F.D.

mro/F.D.

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