Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Tragödie in Leipzig-Gohlis: 26-jährige Mutter war erneut schwanger
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Tragödie in Leipzig-Gohlis: 26-jährige Mutter war erneut schwanger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:34 30.07.2012
Anwohner hatten die Rettungskräfte in der Nacht zum Sonntag zur Wohnung im Stadtteil Gohlis-Süd gerufen. Quelle: Christian Nitsche
Anzeige
Leipzig

Das hätten die Gerichtsmediziner bei der Obduktion festgestellt. Weitere Einzelheiten wollte der Ermittler nicht bekannt geben. Im Dunkeln bleibt damit auch, wer der Vater des ungeborenen Kindes ist.

In der vergangenen Wochen war bekannt geworden, dass das Martyrium des zweijährigen Jungen nach Informationen der Staatsanwaltschaft womöglich deutlich länger als bisher angenommen dauerte.

In ihrem abschließenden Gutachten auf Grundlage der Obduktionsergebnisse stellen die Rechtsmediziner fest, dass der Tod von Christin F. im Zeitraum zwischen 7. und 10. Juni eingetreten ist. Wie berichtet, starb die seit ihrem 16. Lebensjahr rauschgiftabhängige Frau an einer Drogenmischintoxikation, einem Mix aus Heroin und Kokain - in der Szene als "Hot and cold" bekannt.

Ihr Sohn lebte laut Korth möglicherweise noch eine ganze Woche lang neben seiner toten Mutter in der Parterrewohnung in der Möckernschen Straße und nicht, wie bisher angenommen, höchstens zwei, drei Tage. Nach Erkenntnissen der Gerichtsmedizin trat der Tod des Zweijährigen im Zeitraum zwischen 13. und 14. Juni ein.

"Einen konkreten Todeszeitpunkt werden die Rechtsmediziner möglicherweise nie ermitteln können", sagte Korth. "Wahrscheinlich lässt sich der fragliche Zeitraum nur mit Hilfe von Zeugenaussagen weiter eingrenzen."

Bekannt ist, dass es noch am Abend des 4. Juni einen Polizeieinsatz an dem Mietshaus in der Möckernschen Straße gab, weil sich Christin F. unter Entzugserscheinungen wild gebärdet haben soll. Ein Hausbewohner hatte die Polizei alarmiert, weil sie diverses Inventar aus dem Fenster ihrer Parterrewohnung geworfen und geschrien haben soll. Als Beamte bei ihr klingelten, öffnete sie allerdings nicht.

Vermisst hat Mutter und Kind offenbar niemand. Erst etwa eine Woche nach dem Tod von Christin F., in der Nacht zum 17. Juni, waren die Leichen entdeckt worden, weil Verwesungsgeruch durch das Treppenhaus drang.

Seit Jahren war die Problemfamilie in Betreuung von Jugendamt und Allgemeinem Sozialdienst (ASD), am 10. April brachen die Behörden den Kontakt ab - angeblich liege keine Kindeswohlgefährdung vor.

 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Jugendamtsleiter Siegfried Haller und die Chefin des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD), Sybill Radig wegen Totschlags durch Unterlassen. "Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor", so Oberstaatsanwalt Korth.

Mro/F.D.

mro/F.D.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Leipziger Johannapark sind am Freitagmorgen zwei Radfahrerinnen zusammengestoßen. Wie die Polizei gegenüber LVZ-Online mitteilte, wurde eine der beiden Frauen, eine 77-Jährige, dabei schwer am Kopf verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

27.07.2012

Die Leipziger Polizei warnt vor Betrügern, die als vermeintliche Monteure an das Geld ihrer Opfer wollen. Wie die Behörde am Freitag informierte, versuchten vier Täter bereits am vergangenen Freitag, ein älteres Ehepaar in Probstheida zu täuschen.

27.07.2012

Im Leipziger Stadtteil Lindenau hat es am Donnerstag gegen 19.50 Uhr in einer Dachgeschoss-Wohnung gebrannt. Die Flammen griffen rasch auch auf Einrichtungsgegenstände über, die Wohnung in der Aurelienstraße brannte völlig aus.

27.07.2012
Anzeige