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Polizeiticker Leipzig Trotz „KZ“-Äußerung: Oberhausener erhält Zuschlag für Rittergut Sahlis
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Trotz „KZ“-Äußerung: Oberhausener erhält Zuschlag für Rittergut Sahlis
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16:27 27.01.2016
Blick auf das Rittergut in Sahlis.  Quelle: dpa-Zentralbild
Leipzig

Trotz der Ankündigung, im Rittergut Sahlis angeblich ein Konzentrationslager errichten zu wollen, hat ein Oberhausener am Mittwoch – dem internationalen Tag des Holocaust-Gedenkens – den Zuschlag für die Immobilie im Örtchen Kohren-Sahlis erhalten. Bei der Zwangsversteigerung vor einer Woche bot eine Bevollmächtigte des neuen Besitzers 160.000 Euro – so viel wie niemand sonst. Nach vereinbarter Bedenkzeit bis zu diesem Mittwoch erhielt der Mann aus Nordrhein-Westfalen nun tatsächlich den Zuschlag, erklärte ein Sprecher des Amtsgerichts. Noch sei die Entscheidung aber nicht rechtskräftig, hieß es.

„Der Höchstbieter hat den Zuschlag bekommen, bis zum 23. März 2016 muss das Geld nun auf dem Konto sein. Die Entscheidung ist insofern auch wichtig, weil so klar wird, dass ein Gebot Konsequenzen hat. Wir werden am 23. März sehen, wie es weitergeht“, sagte Wolfgang Hiensch, Bürgermeister von Frohburg, gegenüber LVZ.de. Hiensch ist gleichzeitig Sprecher des Abwasserzweckverbands Whyratal, der als Gläubiger das Gut zur Versteigerung gebracht hatte.

KZ-Äußerungen hatten keinen Einfluss

Im Anschluss an das Bieterverfahren hatten Äußerungen der Bevollmächtigen des Meistbietenden einen Skandal ausgelöst. Die Frau soll damals zu einer Reporterin des Radiosenders Mephisto 97.6 gesagt haben, der neue Besitzer plane den Bau eines Konzentrationslagers. Diese Äußerung sei am Mittwoch auch mehrfach von der Bevollmächtigten wiederholt werden, so Hiensch gegenüber LVZ.de. „Ich habe dafür persönlich kein Verständnis. Wer allerdings solche Äußerungen tatsächlich ernst nimmt, dem spreche ich jeglichen Realitätssinn ab“, sagte das Frohburger Stadtoberhaupt. Die Recherchen des Abwasserzweckverbands hätten ergeben, dass es keine politische Motivation für den Kauf gebe.

Auf das Verfahren selbst hätten die Ankündigungen des Käufers ohnehin keinen Einfluss gehabt: "Es ist nicht unsere Aufgabe, nachzuforschen, was der Käufer für Absichten auf dem Gelände hat. Wir haben nur wirtschaftlich zu entscheiden. Im Übrigen gab es auch genügend Möglichkeiten für alle anderen, wie zum Beispiel die Denkmalpflege, selbst Angebote abzugeben. Das ist aber nicht passiert“, sagte der Bürgermeister.

Rund zehn Millionen Euro müssten in das Rittergut investiert werden, um es zukunftsfähig zu machen, so die Schätzung von Hiensch. Er hoffe, dass durch die Zwangsversteigerung „nun zumindest über kurz oder lang“ ein Käufer gefunden werde, der tatsächlich Geld in die Immobilie stecken könne.

Beschwerden gegen Zuschlag noch möglich

Die am Verfahren Beteiligten haben auch nach dem Zuschlag am Mittwoch noch weitere zwei Wochen Zeit, um dagegen Beschwerde einzulegen, so ein Sprecher des Amtsgerichts. Auch der Vorbesitzer Karl-Heinz Hoffmann, der selbst im Gericht anwesend war, ließ offen, ob er Rechtsmittel einlegen wird. Er hatte noch am Montag zum zweiten Mal die Einstellung des Verfahrens beantragt. Das etwa 60.000 Quadratmeter große Gelände gehörte in den vergangenen zehn Jahren dem Neonazi, der auch Gründer der inzwischen verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann ist – einer Art paramilitärischen Einheit von Rechtsextremen.

Um das Rittergut finanzieren zu können, hatte Hoffmann unter anderem die „Fiduziarische Kulturstiftung Schloss Sahlis“ gegründet und damit 130.000 Euro Fördergelder von der Landesverwaltung bezogen. In den letzten Jahren häuften sich allerdings die Verbindlichkeiten, der Abwasserzweckverband brachte das Objekt dann zur Zwangsversteigerung.

Von Matthias Puppe (mit dpa)

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