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Polizeiticker Leipzig U-Bahn mit Graffiti beschmiert: Zwei Sprayern aus Leipzig droht Prügelstrafe in Singapur
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig U-Bahn mit Graffiti beschmiert: Zwei Sprayern aus Leipzig droht Prügelstrafe in Singapur
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16:58 17.12.2014
So berichten Medien in Singapur über den Prozess. Die beiden Leipzger stehen dort vor Gericht, weil sie eine U-Bahn mit Graffiti besprüht haben sollen. Quelle: Screenshot
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Singapur/Leipzig

In dem südostasiatischen Stadtstaat werden Graffiti als schwere Vergehen geahndet. Das Strafmaß für Vandalismus sieht dort – nach alter britischer Kolonialtradition – bis zu acht Stockhiebe vor.

Laut Anklage sollen die beiden jungen Männer am Morgen des 8. November in ein Zugdepot im Zentrum der Millionenstadt eingebrochen sein. Dort sprühten sie einen meterlangen bunten Schriftzug und mehrere Symbole auf eine abgestellte U-Bahn. Die Singapurer Behörden hatten daraufhin mit einer Großfahndung nach den flüchtigen Tätern gesucht. Internationale Amtshilfe wurde angefordert und auch der Geheimdienst eingeschaltet. Am Flughafen von Kuala Lumpur (Malaysia) klickten schließlich die Handschellen, als das Duo nach Australien fliegen wollte. Anschließend wurden sie von den Behörden an Singapur ausgeliefert.

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Prügelstrafe wird in Singapur mit Stockschlägen vollstreckt

Die beiden Leipziger müssen vorerst in Untersuchungshaft bleiben, entschied am Mittwoch ein Gericht. Sie beantragten die Vertagung ihrer Anhörung, wie ihr Anwalt Christopher Bridges sagte. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft den beiden angeboten, im Gegenzug für ein Schuldeingeständnis einen von vier Anklagepunkten fallen zu lassen. Damit könnten sie sich eine leichtere Strafe sichern – den Stockschlägen würden sie aber nicht entgehen. Medienberichten zufolge hatten die jungen Männer in Australien gearbeitet. Anfang November waren sie auf einer Urlaubsreise und legten dabei einen mehrtägigen Kurzstopp in Singapur ein.

Metro in Singapur: Eine U-Bahn sollen die beiden Leipziger mit Graffiti besprüht haben. Quelle: SMRT Singapur

Wer in der ehemaligen britischen Kronkolonie wegen Vandalismus verurteilt wird, bekommt eine Geld- oder Haftstrafe sowie drei bis acht Stockschläge. Wie örtliche Zeitungen berichten, sind die Hiebe mit einem harten Palmenstock auf den Hintern nicht nur äußerst schmerzhaft. Die Schläge könnten auch zu Hautrissen führen und „anhaltende Narben“ hinterlassen. 2010 war ein Schweizer Banker in Singapur wegen desselben Vergehens mit drei Stockschlägen und fünf Monaten Haft bestraft worden.

Kripo-Chef lobt "Fahndungstalent" seiner Ermittler

Der Fall sorgt in Singapur für enormes Aufsehen: Fast alle großen Medien berichten ausführlich über die beiden deutschen Sprayer. Als die beiden Männer Ende November festgenommen wurden, präsentierten die Ermittler die sichergestellten Spraydosen wie Trophäen bei Twitter. Der Kripo-Chef lobte bei einer Pressekonferenz ausdrücklich das Fahndungstalent seiner Mitarbeiter, berichtet die englischsprachige „Straits Times“. Eine Entscheidung im Prozess fällt jedoch erst im nächsten Jahr: Der nächste Gerichtstermin ist für den 14. Januar anberaumt. (mit dpa)

BREAKING: Two German nationals arrested for allegedly vandalising #SMRT train at Bishan Depot http://t.co/eIhhfNwhgc pic.twitter.com/QIjJpqo4vl— Channel NewsAsia (@ChannelNewsAsia) 21. November 2014

Robert Nößler

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