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Überfall auf Tankstelle endet für Räuber im Gefängnis – mehrere Jahre Haft

Landgericht Leipzig Überfall auf Tankstelle endet für Räuber im Gefängnis – mehrere Jahre Haft

Ihre bei einer Geburtstagsfete geborene Idee kommt sie teuer zu stehen: Wegen ihres bewaffneten Überfalls auf die Esso-Tankstelle im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig vom 17. Februar 2016 verurteilte das Landgericht Leipzig die zwei Haupttäter am Montag zu mehreren Jahren Haft. Der Fahrer des Fluchtwagens kommt mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davon.

Das Landgericht Leipzig verurteilte die beiden Haupttäter eines Tankstellen-Überfalls zu mehrjährigen Gefängnisstrafen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ihre bei einer feucht-fröhlichen Geburtstagsrunde geborene Idee kommt sie teuer zu stehen: Wegen ihres bewaffneten Überfalls auf die Esso-Tankstelle im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig vom 17. Februar dieses Jahres verurteilte das Landgericht Leipzig die zwei Haupttäter am Montag zu mehreren Jahren Haft. Gegen 3.30 Uhr waren die beiden Männer in den Tankstellen-Shop gestürmt, dessen Tür aufgrund der Zeitungsanlieferung noch geöffnet war, und hatten den Angestellten (55) bedroht, geschlagen und etwa 300 Euro aus der Kasse sowie eine Tüte voller Zigarettenschachteln erbeutet.

Laut Urteil muss Jens P. (40) mit vier Jahren Gefängnis etwas länger büßen als Komplize Alexander S. (30), der drei Jahre und drei Monate Freiheitsentzug erhielt. Der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl begründete die Differenzierung mit den schwerer wiegenden Vorstrafen des Älteren, der bereits zum dritten Mal auch wegen Raubes vor Gericht stand und dessen Sündenregister überhaupt schon 16 Eintragungen zählt. Oberstaatsanwältin Beate Herber hatte für beide auf je fünf Jahre Freiheitsentzug plädiert, die Verteidiger auf geringere Sanktionen.

Selbstkritisch räumte Jens P. in seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung ein, dass sich Straftaten „wie ein roter Faden“ durch sein Leben gezogen hätten, der Überfall wohl „die Spitze des Eisberges“ gewesen sei. Er ist alkohol- sowie drogenabhängig; gegenüber einem Psychiater sprach er davon, auch immer wieder die Stimme seiner toten Mutter zu hören. Nach Ansicht des Gutachters handelt es sich dabei „um eine Folge der Abhängigkeit“. P. wie auch Komplize Alexander S., dem neben Alkoholmissbrauch erhebliche intellektuelle Defizite bescheinigt wurden, hat das Landgericht überdies in den Maßregelvollzug – in eine Entziehungsanstalt – eingewiesen.

Der Fahrer des Fluchtwagens, Sylvio S., dessen Feier zum 41. Geburtstag dieses unrühmliche Ende genommen hatte, erhielt zwei Jahre Haft – aber auf Bewährung. Dass er zuvor bereits zwölf Jahre straffrei geblieben sei, wie Verteidigerin Dorothea Stöckchen betonte, und mit seiner Verlobten sechs Kinder zu versorgen habe, war auch für die Richter ausschlaggebend. Zudem würdigten sie, dass er von Anfang an alles zugegeben hat.

Im Mai war Haftbefehl gegen das Trio ergangen. Auf die Spur kamen ihm die Ermittler aufgrund des Kennzeichens am Fluchtauto, einem Opel. Das hatte ein Zeuge in Tatortnähe notiert; außerdem war der Pkw schon auf seiner zu schnellen Fahrt nach Dölzig geblitzt worden. Und die Überwachungskamera in der Tankstelle an der Merseburger Chaussee lieferte letztlich klare Bilder der nicht maskierten Räuber.

Von Sabine Kreuz

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