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Überfall auf Tankstelle in Leipzig – Räuber droht mit Bombenattrappe

Prozess am Landgericht Überfall auf Tankstelle in Leipzig – Räuber droht mit Bombenattrappe

Er drohte damit, eine Bombe hochgehen zu lassen: Ab 19. Oktober muss sich vor dem Landgericht ein 38-jähriger Mann wegen eines Raubüberfalles auf eine Tankstelle in Leipzig-Schönau verantworten. Letztlich hat der Täter jedoch keine Beute gemacht. Im Nachhinein stellte sich zudem heraus: Es handelte sich um eine Bombenattrappe.

Ein Fall für das Landgericht Leipzig: der Tankstellen-Überfall vom 25. Mai 2015 in der Lützner Straße.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es ist 21.41 Uhr am 25. Mai vorigen Jahres, als der Mann eine Tankstelle an der Lützner Straße betritt und Geld fordert. Pikantes Detail: Der Täter trägt unter seiner Jacke etwas bei sich, das nach einem Sprengstoffgürtel aussieht. Doch letztlich scheitert der geplante Überfall. Knapp anderthalb Jahre später muss sich der Räuber nun vor dem Leipziger Landgericht verantworten. Am kommenden Mittwoch beginnt der Prozess gegen Jan S. (38).

Die Überwachungskamera in der Sprint Tankstelle in der Lützner Straße hält auch jene Szene fest, als der vermeintliche Kunde einen Zettel über den Tresen reicht. Darauf steht: „Überfall! An der Tankstelle ist eine Bombe. Alle Tageseinnahmen sofort in den Beutel, sonst platzt die Bombe!“ Die Kassiererin lässt sich nicht einschüchtern, auch nicht durch die vom Täter dann mündlich wiederholte „Geld her!“-Forderung. Vielmehr betont die Angestellte, dass sie gerade die Tankstelle schließen will und auch kein Wechselgeld mehr hat. Der offenbar verdutzte Mann verlässt den Shop – zunächst.

Laut der Anklage der Staatsanwaltschaft stellt er sich dann jedoch derselben Mitarbeiterin wenig später wieder in den Weg. Sie hatte den Shop kurz verlassen, will wieder zurück. Der Räuber zeigt ihr daraufhin seinen mit Drähten umwickelten Gürtel unter seiner Jacke. Und: Er hält eine Fernbedienung, die rot blinkt, in einer Hand. Aus Angst vor einer Detonation rennt die Frau davon, schließt alle Türen der Tankstelle und flüchtet. Folge: Der Räuber geht komplett leer aus. Und für die Ermittler wird schnell klar: Es hat sich um eine Bombenattrappe gehandelt.

Allerdings erst etliche Monate später, nach der Veröffentlichung eines Zeugenaufrufs Mitte Juli (die LVZ berichtete), kommt die Kripo dem Täter auf die Spur. Im Ermittlungsverfahren gibt der tatverdächtige Verkäufer schließlich an, sich gar nicht an einen Überfall erinnern zu können. Inwieweit der 38-Jährige zur Tatzeit überhaupt zurechnungsfähig war, muss nun ein Psychiater beurteilen, der als Sachverständiger vor Gericht gehört wird. Denn Jan S., den die Staatsanwaltschaft wegen versuchter räuberischer Erpressung anklagt, ist seit Jahren stark drogenabhängig, bezieht Erwerbsminderungsrente. Womöglich befand er sich damals im Rausch oder hatte Entzugserscheinungen. Ermittlungen zufolge war er häufig klamm, beging Diebstähle. Nach Aktenlage ist Jan S. bereits mehrfach vorbestraft.

Von Sabine Kreuz

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