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Überweisungen gefälscht? – 47-Jähriger bestreitet Betrug vor Leipziger Gericht

Nach Diebstahl aus Bankbriefkästen Überweisungen gefälscht? – 47-Jähriger bestreitet Betrug vor Leipziger Gericht

„Ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Ich weiß von nichts“, sagte Guy N. am Freitag vor dem Landgericht Leipzig. Der 47-Jährige soll Mitte 2012 aus Bankbriefkästen der Messestadt bereits von Kunden ausgefüllte Überweisungsformulare gestohlen, die Kontodaten missbraucht, Unterschriften gefälscht und dann Geld nach Belgien transferiert haben.

Das Landgericht Leipzig verhandelt den Fall um Betrug und Urkundenfälschung.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  „Ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Ich weiß von nichts“, sagte Guy N. gleich zum Auftakt des Prozesses am Freitag vor dem Landgericht. Überhaupt sei er jetzt zum allerersten Mal in seinem Leben in Leipzig. Die Staatsanwaltschaft allerdings geht davon aus, dass er zumindest schon einmal im Sommer vor vier Jahren die Stadt besucht und hier sein Unwesen getrieben hat. Vom 16. bis 20. August 2012 soll er aus verschiedenen Sparkassen-Filialen – etwa im Zentrum-West und -Süd, in der City und in Probstheida – auf bisher unbekannte Weise von Kunden ausgefüllte und in Bankbriefkästen eingeworfene Überweisungsträger wieder herausgefischt und deren Daten missbräuchlich verwendet haben.

Staatsanwältin Diana Süß listete 14 Fälle auf, in denen Guy N., der aus dem Kongo stammt und von Beruf Maler und Lackierer ist, von Leipziger Kunden-Konten stattliche Beträge zwischen 1750 und 12.000 Euro jeweils an Empfänger in Belgien überwiesen und die Unterschriften hiesiger Inhaber gefälscht haben soll. In vier Fällen floss Geld. Gesamtschaden: mehr als 10 .000 Euro. Zehnmal allerdings scheiterte das Vorhaben, weil die Unterschriften-Fälschung von Sparkassen-Mitarbeitern entdeckt wurde oder das jeweilige Konto nicht über eine ausreichende Deckung verfügt hat. Ein Schaden von rund 60.000 Euro konnte somit verhindert werden. Sie seien angerufen und befragt worden, ob sie tatsächlich solche Überweisungen vorgenommen hätten, berichteten übereinstimmend mehrere Zeugen vor Gericht. „Da hatte jemand die Originalbelege abgeschrieben, das war alles ziemlich dilettantisch gemacht“, schilderte Wolfgang S. (79), der sich die Fälschungen damals vor Ort angeschaut hatte.

Der Kriminalhauptkommissarin, die die Leipziger Fälle aus verschiedenen Polizeirevieren zu einer Akte zusammengefasst hat, war das „immer gleiche Schriftbild“ auf den Formularen aufgefallen. Zudem sollte das Geld jedes Mal nach Belgien transferiert werden. Schließlich wurden die Fingerspuren des Angeklagten zumindest auf einigen der Papiere entdeckt. Weitere Beweismittel wie etwa Bilder aus Videokameras gibt es nicht, zum Zeitpunkt der Ermittlungen waren sie offenbar bereits gelöscht.

Der Angeklagte verbüßt derzeit eine vom Amtsgericht Stuttgart wegen vergleichbarer Fälle in Baden-Württemberg verhängte Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Die Leipziger Fälle um Urkundenfälschung, versuchten und vollendeten Betrug wurden dort allerdings nicht mitverhandelt, sondern das Verfahren nach Sachsen verwiesen. Am 2. Dezember wird der Prozess fortgesetzt.

Von Sabine Kreuz

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