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Ungewöhnliche Mordermittlung am Leipziger Elsterbecken - Strömungstest mit Schweinefleisch

Ungewöhnliche Mordermittlung am Leipziger Elsterbecken - Strömungstest mit Schweinefleisch

Leipzig. Im Mordfall um die zerstückelte Leiche aus dem Elsterbecken will die erweiterte Mordkommission „Elster“ jetzt mit Schweineteilen dem Täter auf die Spur kommen.

Acht mit Fleischstücken gefüllte Großhandelskisten haben die Ermittler deshalb am Donnerstagvormittag mit zum Palmengartenwehr für einen Versuch gebracht. „Wir wollen das Strömungsverhalten testen“, sagte Kriminalhauptkommissar Rainer Baacke, der die Ermittlungen in diesem Mordfall leitet.

Seine Mitarbeiter schleppten die Fleischbehälter dafür nacheinander an verschiedene Stellen und warfen dann die mit Zahlen beschrifteten Schweineteile ins Wasser. Die ersten Stücke flogen noch oberhalb des Palmengartenwehrs in den Zusammenfluss von Pleiße und Weißer Elster. Dort suchten am Dienstag bereits Taucher, fanden allerdings nichts.

Sogenannte Mantrailer-Hunde schlugen Tage zuvor an dieser Stelle an. Die speziell ausgebildeten Tiere verfügen über einen hervorragenden Geruchssinn und sind in der Lage, Spuren über mehrere Kilometer auch nach längerer Zeit noch zu verfolgen.

Ein Pilzsucher hatte am 6. November im Uferbereich des Elsterbeckens zunächst einen abgetrennten Arm gefunden. Bei ihrer Suche stieß die Polizei in den folgenden Tagen zudem auf einen weiteren Arm und den Torso des Leichnams. Unklar ist noch immer, wo sich der Rest der Leiche befindet. Für die Kriminalisten ein Rästel ist nach wie vor auch, ob die Körperteile am Fundort abgelegt oder durch das Wasser angespült wurden.

Chefermittler Baacke ließ am Donnerstag deshalb noch an weiteren Orten Schweineteile versenken. Polizisten warfen sie vor und hinter dem Palmengartenwehr oder direkt am Ufer ins Wasser. Aufschlüsse erhoffen sich die Ermittler, wenn die markierten Stücken wieder auftauchen. Das könne den Beamten zufolge mehrere Tage dauern, wenn sie durch chemische Prozesse wieder Auftrieb erhielten.

„Wir wollen herausbekommen, an welcher Stelle die Leichenteile ins Wasser geworfen wurden“, erklärte Baacke. Außerdem könnte das Experiment die Beamten zu den noch gesuchten Leichenteilen führen. Modernste Satellitentechnik kommt dabei nicht zum Einsatz. Aus Kostengründen sei das Schweinefleisch nicht mit Chips für die GPS-Ortung präpariert worden, hieß es.

Einen ähnlichen Test hatte die Polizei nach dem Ruderunfall am Palmengartenwehr vor gut drei Jahren gestartet. Damals war ein zwölfjähriger Junge verschwunden. Mit einem Dummy, der Größe und Gewicht des Schülers entsprach, bestimmten die Kriminalisten auch damals das Strömungsverhalten im Elsterbecken. Die Leiche des Kindes bargen die Beamten später zwischen Zeppelinbrücke und Hans-Driesch-Straße im Schilf.

Matthias Roth

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