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Unheimliche Serie in Leipzig: Sex-Täter belästigt Frauen

Prozess am Landgericht Leipzig Unheimliche Serie in Leipzig: Sex-Täter belästigt Frauen

Immer nachts nahm er seine Opfer ins Visier, verfolgte und belästigte sie: Eine unheimliche Serie von sexuellen Nötigungen sowie eine Vergewaltigung hat die Staatsanwaltschaft einem 28 Jahre alten Leipziger zur Last gelegt.

Hinter Gittern: Ein 28 Jahre alter mutmaßlicher Serien-Sex-Täter aus Leipzig sitzt seit Juli 2016 in Untersuchungshaft.

Quelle: dpa

Leipzig. Immer nachts nahm er seine Opfer ins Visier, verfolgte und belästigte sie: Eine unheimliche Serie von sexuellen Nötigungen sowie eine Vergewaltigung legt die Staatsanwaltschaft einem 28 Jahre alten Leipziger zur Last. Auftakt des Prozesses am Landgericht: der 16. Januar.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hat Enrico S. knapp ein Jahr lang sein Unwesen vor allem in Leipzig, in einem Fall auch in Markkleeberg getrieben. Von September 2015 bis Juli 2016 soll er Frauen, die mit Straßenbahnen oder mit Nachtbussen der Leipziger Verkehrsbetriebe unterwegs waren, ausgespäht, sie offenbar per Fahrrad oder Auto verfolgt und dann auf der Straße begrapscht, sich an ihnen vergangen haben. Laut Anklageschrift war die Vorgehensweise relativ gleich, sagte Hans Jagenlauf, Sprecher des Landgerichts, auf Anfrage. „Er lief der Betroffenen hinterher, trat von hinten an sie heran, hielt ihr den Mund zu und versuchte dann, ihr an Brust und Gesäß zu fassen“, berichtete Jagenlauf über den Modus Operandi. In einigen Fällen hätten die Frauen ihren Verfolger bemerkt, sich heftig gewehrt, um sich geschlagen und getreten, sodass der Angreifer letztlich das Weite suchte. Nach den von der Staatsanwaltschaft aufgeführten 21 Fällen soll Enrico S. die Übergriffe im gesamten Stadtgebiet verübt haben. Als Tatorte werden Straßen im Leipziger Norden, Osten, Süden wie auch Westen genannt. Mehrere Delikte ereigneten sich in Grünau sowie in Gohlis und Möckern, in Lindenau, Reudnitz-Thonberg, Volkmarsdorf und der Südvorstadt.

Der gravierendste Fall soll sich am 23. Juli vorigen Jahres in Gohlis, in der Eisenacher Straße, ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Enrico S. dort die Geschädigte gepackt, in einen Hausflur gezerrt, ihr die Augen verbunden und sie dann vergewaltigt hat. Seit dem Folgetag, dem 24. Juli, sitzt der Beschuldigte, der eine Ausbildung zum Finanzberater absolviert hat, in Untersuchungshaft.

Laut Jagenlauf werden Enrico S. insgesamt 24 Fälle angelastet, darunter 20 versuchte beziehungsweise vollendete Nötigungen, eine Vergewaltigung, eine Beleidigung sowie zwei Fälle des Besitzes kinderpornografischer Schriften.

Dem Vernehmen nach hat sich der Angeklagte im Ermittlungsverfahren zu der vorgeworfenen Serie sexueller Belästigungen nicht geäußert, die Vergewaltigung aber bestritten. Angeblich hätten Oral- und Vaginalverkehr einvernehmlich stattgefunden.

Enrico S. ist einschlägig vorbestraft, außer Nötigung sind in seinem Sündenregister auch Beleidigung und Körperverletzung genannt.

Für den Prozess hat die 8. Strafkammer des Landgerichts zunächst vier Verhandlungstage bis zum 9. Februar anberaumt.

Von Sabine Kreuz

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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