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Polizeiticker Leipzig Verfahren eingestellt: Sooren O. ist ein freier Mann
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Verfahren eingestellt: Sooren O. ist ein freier Mann
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11:02 08.10.2016
Das Amtsgericht in Leipzig.  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Das Verfahren wird eingestellt, lautete am Freitagnachmittag der Beschluss im Leipziger Amtsgericht. Sieben Jahre mussten die vier Angeklagten Sooren O. – eine der Schlüsselfiguren im Leipziger Discokrieg –, Afif M., Stefan R. und Alireza K. auf den Prozessbeginn warten, bevor in der Verhandlung plötzlich alles ganz schnell ging. Die Vier hatten gerade erst bekundet, sich nicht zu den Vorwürfen äußern zu wollen, als sich Staatsanwaltschaft, Richter und Verteidigung zu einem nicht öffentlichen Rechtsgespräch zurückzogen. Bereits nach einer halben Stunde stand der Beschluss fest: Die Angeklagten würden den Saal als freie Männer verlassen.

Dabei ließ die Anklageschrift das vermeintlich glimpfliche Ende nicht unbedingt erwarten. Die Staatswaltschaft hatte den vier Männern zur Last gelegt, im Oktober 2009 mit 16 anderen Personen die Veranstaltung „Leipzig tanzt“ im Paunsdorf-Center angegriffen zu haben.

Kurz vor der Attacke seien fünf Männer aus dem Umfeld der Angreifer von den Türstehern der Veranstaltung abgewiesen worden. Neben diesen Türstehern wurden in jener Nacht auch Gäste und Polizisten unter anderem durch Faustschläge und Tritte sowie Eisenstangen verletzt.

Dass die Angeklagten bis zum Prozessbeginn soviel Geduld aufbringen mussten, kam ihnen vor dem Amtsgericht zu Gute. Richter Klaus Hüner führte in seinem Beschluss unter anderem die „eingetretene Verzögerung des Strafverfahrens“ als Begründung für die Einstellung an. Im Gegenzug müssen die Angeklagten auf etwaige Schadensersatzansprüche aus jener Zeit verzichten und die festgeschriebene Auflage von 600 Euro pro Person bis April 2017 an soziale Zwecke richten.

 Die Zahlung des Angeklagten Afif M. erhält der Sportverein Leipziger SC. Das übrige Geld kommt der Sächsischen Opferhilfe zugute. Sooren O., der in diesem Jahr bereits im Zusammenhang mit einer Schießerei auf der Eisenbahnstraße zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, zeigte sich nach der Verkündung des Beschlusses zufrieden.

Von Anton Zirk

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