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Verfolgungsfahrt mit der Polizei: 19-Jähriger erhält 120 Sozialstunden

Mit 100 km/h durch Leipzig Verfolgungsfahrt mit der Polizei: 19-Jähriger erhält 120 Sozialstunden

Ein 19-Jähriger, der sich Ende 2015 eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei geliefert hat, kam am Dienstag mit 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Justitia Symbolbild

Quelle: dpa

Leipzig. Ein 19-Jähriger, der sich Ende vorigen Jahres eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei geliefert hat, kam am Dienstag mit 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit als Sanktion davon. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, legte dabei das mildere Jugendstrafrecht zugrunde.

Sebastian Z. war einer Polizeistreife am 25. November gegen 2 Uhr am Lindenauer Markt aufgefallen. Die Beamten wollten den Skoda kontrollieren, doch der damals 18-jährige Fahrer stoppte nicht, gab vielmehr erst recht ordentlich Gas.

Nach Angaben der zwei Polizisten, die als Zeugen vor Gericht gehört wurden, verfolgten sie das Fluchtauto von der Jahnallee über das Musikviertel und die Bundesstraße 2 bis zum Parkplatz am Nordstrand des Cospudener Sees, wo es letztlich in einem Graben landete. Zwar flüchtete der Fahrer danach noch zu Fuß, konnte aber – nachdem er gestürzt war – vorläufig festgenommen werden. „Zeitweise war er mit weit über 100 Stundenkilometern in der Stadt unterwegs“, berichtete einer der Beamten. „Mit ganz viel Glück kam es nicht zu einem Unfall“, meinte er. Denn der Angeklagte habe Stopp- wie Vorfahrtsschilder ignoriert und in einem Fall gerade noch eine Kollision mit parkenden Fahrzeugen verhindern können. „Ich hatte das Gefühl, dass er in manchen Situationen nicht Herr des Autos war“, so der Zeuge weiter. Sein Kollege sprach von „einer abstrakten Gefahr“.

Der Grund der Flucht wurde schnell klar: Das Auto war eine Woche zuvor gestohlen worden (ob vom Angeklagten, ließ sich nicht herausfinden), er besaß keinen Führerschein, hatte zudem Drogen intus. Ein entsprechender Test bestätigte das vor Ort. „Mein Mandant wollte weder Werte schädigen noch Personen in eine Gefahrenlage bringen“, sagte Verteidiger Ingo Stolzenburg. Sebastian Z., der zeitweise in Heimen aufgewachsen war, weder über einen Berufs- noch Schulabschluss verfügt, wollte sich vor Gericht nicht selbst äußern.

Ursprünglich hatte ihn die Staatsanwaltschaft wegen eines schwereren Delikts – wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr – angeklagt. Das ließ sich laut Gericht aber nicht nachweisen, er habe das Fluchtauto nicht als Waffe eingesetzt, sei auch nicht auf Polizisten zugefahren, so die Vorsitzende Richterin Irmgard Seitz.

S.K.

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