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Vergewaltiger-Prozess am Landgericht Leipzig - "Ich habe gedacht, dass sie schreit"

Vergewaltiger-Prozess am Landgericht Leipzig - "Ich habe gedacht, dass sie schreit"

Ein Mann verguckt sich in der Straßenbahn in eine Zwölfjährige - und geht schon nach ein paar Minuten Händchen haltend mit ihr in den Wald, um einvernehmlich Sex zu haben.

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Die Vernehmung des Opfers wurde in den Gerichtssaal übertragen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das behauptete Manuel H. (22) im Berufungsprozess am Landgericht und fordert Freispruch. Für die Staatsanwaltschaft ist jedoch klar: Der Angeklagte verfolgte, verschleppte und vergewaltigte das Mädchen.

Es war am 26. November vorigen Jahres, als Lara (*) ins Visier des mutmaßlichen Vergewaltigers geriet. Schon in der Straßenbahnlinie 7, auf der Fahrt von Leutzsch in die City, fiel Manuel H. das zierliche Mädchen auf. Beim Umsteigen in die Linie 12 am Goerdelerring folgte er ihr, fuhr ebenfalls bis zum Nordplatz. Wie es dann weiterging, daran bestand für das Amtsgericht, das Manuel H. im Juni wegen Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt hatte, kein Zweifel: Der Angeklagte drohte ihr, eine Pistole zu benutzen, wenn sie sich weigert, mit ihm zu gehen. In einem Waldstück an der Prellerstraße verging er sich dann sexuell an ihr. Wie berichtet, wurden an der Zwölfjährigen seine DNA-Spuren gesichert.

Ein Geständnis legte Manuel H. auch zum Auftakt der Berufungsverhandlung nicht ab. Der Vorsitzende Richter Norbert Göbel hatte in dem Fall ein geringeres Strafmaß in Aussicht gestellt, um Lara eine erneute Vernehmung zu ersparen. Der Angeklagte schilderte gestern zwar freimütig, dass es zum Oralverkehr gekommen sei, während er noch gegenüber einem Sachverständigen jegliche sexuelle Handlungen abgestritten hatte. Doch alles sei einvernehmlich geschehen - als ob das kleine Mädchen mit der Sieben-Zwerge-Tasche in dem Moment keinen größeren Wunsch hatte, als mit einem ihr bis dahin völlig fremden Mann in den Wald zu gehen. "Sie sagte mir, dass sie schon 15 sei", so Manuel H., der sich ihr seltsamerweise mit dem Namen seines verstorbenen Bruders vorstellte. "Ich war überrascht, dass es so schnell ging, habe gedacht, dass sie schreit." Danach habe er sie nach Hause gebracht - und vor der Tür ihr Smartphone gestohlen. "Mein Mandant hatte den Eindruck, dass bei ihr die Bereitschaft besteht", so Verteidiger Roland Ulbrich. "Eine Verführung Minderjähriger ist nichts Gutes, aber nicht strafbar."

Verführt oder vergewaltigt - Lara kam nach dem Vorfall in psychotherapeutische Behandlung. Gestern wurde sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit erneut vernommen. Weil sie Manuel H. nicht begegnen wollte, wurde ihre Aussage aus einem Zeugenzimmer in den Gerichtssaal übertragen. Der Prozess wird heute fortgesetzt.

(* Name des Mädchens geändert)

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2013

Frank Döring

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