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Vergewaltigung im Rosental: Leipziger Polizei prüft Hinweise auf Serientäter

Weitere Fälle Vergewaltigung im Rosental: Leipziger Polizei prüft Hinweise auf Serientäter

Die Vergewaltigung einer Joggerin war nicht der erste Übergriff auf Frauen im Leipziger Rosental. Im August gab es bereits zwei weitere Fälle. Die Polizei prüft nun, ob es sich um einen Serientäter handelt und will auch ein Phantombild anfertigen.

Der Vergewaltiger vom Rosental konnte bislang noch nicht gefasst werden. Die Polizei empfiehlt Frauen in Leipzig deshalb vorerst nicht mehr alleine joggen zu gehen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Tat löst über die Stadtgrenzen hinweg Entsetzen aus: Eine mehr als 50 Jahre alte Joggerin wird am helllichten Tag im Leipziger Rosental von einem Mann brutal angegriffen, schwer verletzt und anschließend sexuell missbraucht. Auch drei Tage nach der Vergewaltigung vom Donnerstagmorgen fehlt der Polizei noch immer eine heiße Spur zum Täter. Bis Sonntag seien zwölf Hinweise eingegangen, denen derzeit nachgegangen werde, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt auf Anfrage von LVZ.de. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat der als südländisch beschriebene 25- bis 35-Jährige zuvor möglicherweise weitere Taten begangen – zumindest prüfen das die Ermittler derzeit.

Wie Voigt bestätigte, kam es vor knapp drei Wochen ebenfalls im Rosental zu Übergriffen auf zwei Frauen. In einem Fall war wie am Donnerstag eine Joggerin das Opfer. Der Läuferin, Anfang 40, sei am frühen Morgen des 14. August von hinten in den Schritt gefasst worden. Der Täter konnte flüchten. Etwa eine halbe Stunde später griff ein Unbekannter eine 84 Jahre alte Rentnerin von hinten an und legte die Frau zu Boden, ohne dass ihr etwas gestohlen wurde. Die Übergriffe hätten sich „in unmittelbarer Umgebung“ des Tatorts vom Donnerstag ereignet, so Voigt. Da der Mann in beiden Fällen von hinten kam, gebe es jedoch keine genaue Personenbeschreibung. „Wir prüfen bei diesen Fällen nun, ob es sich um ein- und denselben Täter handeln könnte.“ Auch eine nochmalige Befragung der Opfer werde erwogen.

Polizei will Phantombild anfertigen

Die am Donnerstag im Rosental attackierte Frau befindet sich nach Polizeiangaben noch immer in medizinischer Behandlung. Der Täter hatte ihr gegen 9.20 Uhr unweit des Zooschaufensters im Auwald aufgelauert, riss sie später zu Boden und vergewaltigte sie auf einer Wiese. Er schlug und trat ihr so heftig ins Gesicht, dass sie im Krankenhaus notoperiert werden musste. Die Beamten erhoffen sich von der Joggerin noch weitere Angaben zum Täter. „Wir prüfen, sobald sie vernehmungsfähig ist, ob ein Phantombild erstellt werden kann“, kündigte der Polizeisprecher an.

Der Täter hatte laut Beschreibung der Frau dunkle Haare, einen kurzen, ungepflegten Bart und eine stämmige Figur. Bekleidet war er vermutlich mit einer grauen, knielangen Hose, einem Hemd mit blau-grünen Karos und einer leichten Jacke. Auf dem Kopf habe er ein Basecap in gedeckter Farbe getragen. Hinweise nimmt die Kripo in der Dimitroffstraße 1 oder telefonisch unter (0341) 96 64 66 66 entgegen.

Empfehlung für Joggerinnen sorgt für Diskussionen

Die Brutalität, mit der der Täter vorgegangen war, schockte selbst erfahrene Polizeibeamte. Einen derart heftigen Angriff habe es schon lange nicht mehr gegeben, heißt es. Die Polizei hält deshalb an ihrer Empfehlung fest, als Frau möglichst nicht mehr alleine joggen zu gehen, beim Überholen von anderen Personen über die Schulter zu schauen und vorsichtiger als sonst zu sein. „Das gilt besonders für das Rosental“, so Polizeisprecher Voigt.

In sozialen Netzwerken schlug die Empfehlung am Wochenende hohe Wellen. So würden Frauen aus dem öffentlichen Raum gedrängt, wurde unter anderem kritisiert. Auch Forderungen nach mehr Polizeipräsenz wurden laut. Die Leipziger AfD nutzte den Fall prompt, um Wahlkampf zu machen. „In Leipzig alleine joggen? Die Polizei ruft jetzt folgerichtig dazu auf dies nicht mehr zu tun. Soweit ist es nun schon gekommen. Wird es ein Umdenken in der Politik geben? Sicherlich nicht“, schrieben die Rechtspopulisten bei Facebook.

Von Robert Nößler

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