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Polizeiticker Leipzig Vergewaltigung und Morddrohung – Staatsanwältin klagt Familienvater an
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Vergewaltigung und Morddrohung – Staatsanwältin klagt Familienvater an
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18:39 08.11.2018
Will nicht erkannt werden: der Angeklagte Christian L. (35). Eine Justizbeamtin nimmt ihm im Gerichtssaal die Handfesseln ab. Quelle: André Kempner
Leipzig

Im Saal 217 sehen sie sich wieder: Christian L. wird in Handfesseln vorgeführt; bereits seit einem halben Jahr befindet sich der Sozialassistent in Untersuchungshaft. Der Angeklagte nimmt neben seinem Verteidiger Ingo Stolzenburg Platz.

Schräg gegenüber sitzt seine Ex-Freundin, die Mutter seiner beiden Kinder und nunmehr die Nebenklägerin in einem voraussichtlich über mehrere Tage laufenden Strafprozess vor der 6. Strafkammer. Christian L. riskiert immer wieder Blicke in die Richtung seiner einstigen Partnerin. Als die Anklageschrift verlesen wird, geht ihm das sichtlich sehr nahe. Staatsanwältin Franziska Rüdiger spricht von besonders schwerer Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung.

Über zehn Jahre ein Paar

Bereits mehr als zehn Jahre lang habe das Paar „in eheähnlicher Gemeinschaft“ gelebt, als es Ende vorigen Jahres zunehmend zu Auseinandersetzungen und Gewaltausbrüchen des Mannes gekommen sei. Am 12. Dezember soll Christian L. die 33-Jährige in der Wohnung in Markkleeberg mit beiden Händen gewürgt haben.

Der Anklage zufolge ereignete sich Anfang April dann ein weiterer schwerer Übergriff. Auch da soll ein verbaler Streit ausgeartet sein, in dessen Folge Christian L. die Frau gegen eine Fensterscheibe drückte und „wuchtig zu Boden stieß“, sagt die Staatsanwältin.

In der Nacht zum 10. Mai soll er der Frau zu verstehen gegeben haben, dass sie „sterben“ werde. Vorangegangen sei die Ankündigung der Betroffenen, sich von ihm zu trennen und nicht in den Familienurlaub zu fahren.

„Er lief mit mehreren Messern im Wohnzimmer umher“ und „packte sie am Hals, bis sie Atemnot und Schwindelgefühle bekam“. Ein Messer mit 17 Zentimeter langer Klinge habe er ihr dann über Hals und Dekolleté gezogen mit der Androhung, sie am Stuhl festzubinden. Sie müsse dann zusehen, wie er „die Kinder umbringt“. Schließlich habe Christian L. die Frau vergewaltigt.

Kindern passierte nichts

Der Staatsanwältin zufolge hätten Frau und Kinder im Anschluss noch mit ihm in eine Gartenlaube kommen müssen, wo er erneut gewalttätig geworden sei. Als er einschlief, sei die Flucht gelungen und den Kindern nichts passiert.

Laut dem Vorsitzenden Richter Jens Kaden wurde Christian L. am 10. Mai festgenommen. Verteidiger Stolzenburg kündigt schließlich an, dass sich sein Mandant bei der Prozessfortsetzung am 15. November äußern werde. Danach wird voraussichtlich auch die Frau zu Wort kommen.

Von Sabine Kreuz

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