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Polizeiticker Leipzig Versuchter Totschlag in Eisenbahnstraße: Fünf Jahre Haft für Messerstecher
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Versuchter Totschlag in Eisenbahnstraße: Fünf Jahre Haft für Messerstecher
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00:34 22.11.2015
Das Landgericht Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mit fünf Jahren Haft ahndete das Landgericht Leipzig am Donnerstag eine Bluttat vom 18. Dezember 2014 in der Eisenbahnstraße. Dort war ein 24 Jahre alter Tunesier nach einem Streit in einem Lebensmittelladen niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Landsmann Moatez C. (27) hatte dem Opfer Fatih A. nach Auffassung der Richter „mit einem scharfen Fleischermesser einen wuchtigen Stich in den Bauch“ versetzt. Dass der Geschädigte dem Angeklagten bei einem Gerangel ins Messer gestürzt sei, wie Letzterer vor Gericht angegeben habe, bezeichnete der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf als „ziemlichen Quatsch“. Rechtsmediziner hätten diese Version widerlegt. „Es war ein gezielter, bewusster Stich.“ Danach habe Moatez C. „das Weite gesucht, ohne Hilfe zu holen“. Erst Anfang Mai 2015 wurde er gefasst.

Jagenlauf sprach von Schwierigkeiten bei der Aufklärung des Falles: „Der Angeklagte sagt nicht in allen Punkten die Wahrheit. Auch die Angaben des Opfers sind mit Vorsicht zu genießen.“ Zudem sei ein wichtiger Augenzeuge verschwunden.

Das Motiv liege in den Konflikten beider Tunesier bereits im Vorfeld der Bluttat begründet. Im Prozess kam zur Sprache, dass der Angeklagte offenbar von Fatih A. bestohlen worden war. Und dass Letzterer eine gemeinsame Bekannte vergewaltigt haben soll. Selbstjustiz werde in Deutschland jedoch nicht geduldet, sagte Jagenlauf. Möglicherweise hätten auch Rivalitäten im Drogenmilieu eine Rolle gespielt.

Staatsanwalt Torsten Naumann hatte siebeneinhalb Jahre Haft gefordert. Verteidigerin Annette Clement-Sternberger wollte indes eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung erwirken. Sie kündigte bereits Revision an. Ihrer Darstellung nach fühlte sich ihr Mandant damals in dem Geschäft angegriffen, da Fatih A. unter den Tunesiern Angst und Schrecken verbreitet habe. Demnach erpresste er sie um Geld, sobald sie Sozialhilfe erhalten hatten.

Von Sabine Kreuz

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