Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Wohnung von rechtem Fußballfan in Leipzig-Südwest verwüstet
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Wohnung von rechtem Fußballfan in Leipzig-Südwest verwüstet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:30 14.11.2016
Ein Video soll angeblich den Einbruch und die Verwüstungen in der Wohnung zeigen. Quelle: Indymedia
Anzeige
Leipzig

Am Sonntagmittag gegen 11.40 Uhr ist im Leipziger Stadtteil Großzschocher die Wohnung eines 29-Jährigen schwer verwüstet worden. Wie eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei gegenüber LVZ.de erklärte, sei der Geschädigte „dem politisch rechten Spektrum bzw. der Fußballszene zuzuordnen“. Die Wohnung des 29-Jährigen wurde von den Tätern aufgebrochen, Einrichtungsgegenstände zerschlagen und Wände mit schwarzer Farbe oder Bitumen bespritzt. Zum entstandenen Schaden wurden bisher keine Angaben gemacht.

Genauere Angaben zum Geschädigten wollte das auf politische Straftaten spezialisierte OAZ mit Verweis auf den Datenschutz am Montag nicht machen. Am Sonntag hatte ein Polizeisprecher gegenüber LVZ.de erklärt, der 29-Jährige sei dem Fanumfeld des Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig zuzuordnen und gehöre zu jenen 150 Lok-Fans, die beim Pokal-Derby zwischen Chemie Leipzig und Lok Meldeauflagen des Ordnungsamtes erhalten hatten und denen es aufgrund ihrer Vorgeschichte im gewalttätigen Fußballumfeld nicht erlaubt war, am Spiel teilzunehmen.

Wer die Angreifer waren, ist dagegen noch weitgehend unklar. „Die Täter waren vermummt, insofern wäre bisher alle Angaben reine Spekulation“, so OAZ-Sprecherin Kathleen Doetsch. Die Ermittlungen laufen, befanden sich am Montag aber noch im Anfangsstadium. Wie die Behörde am Nachmittag mitteilte, wird bislang von einer politisch linksextremistischen Tat ausgegangen. Ebenso ermitteln die Behörden offenbar auch gegen Freunde des 29-jährigen Geschädigten. Mit diesen hatten die Polizisten am Sonntagnachmittag eine verbale und körperliche Auseinandersetzung vor der beschädigten Wohnung. Warum es zum Streit und zu den Tätlichkeiten gegen die Beamten kam, bleibt bisher offen.

Das Bekennervideo zum Überfall auf die Wohnung eines Rechtsextremisten in Leipzig wurde auf Vimeo veröffentlicht. Quelle: Webvideo / Vimeo

Bekennerschreiben mit Bezug zu Neonazi-Überfall im Januar

Auf dem Online-Portal „Indymedia“ wurde am Sonntagabend ein Bekennerschreiben samt Fotos und Video veröffentlicht, die eine Täterschaft zumindest im linkspolitischen Spektrum vermuten lassen. Im Schreiben heißt es, der Angriff habe einem ehemaligen NPD-Mitarbeiter und bekannten Leipziger Rechtsextremen gegolten, der angeblich am Neonazi- und Hooligan-Überfall am 11. Januar 2016 auf die Wolfgang-Heinze-Straße in Leipzig-Connewitz beteiligt gewesen sein soll.

Im etwa eineinhalb Minuten langen Video ist zu sehen, wie die Täter sich mit Hilfe roher Gewalt Zutritt zur Wohnung verschaffen, Sanitäranlagen und Möbel zerschlagen und die Wände mit schwarzer Farbe besprühen. Zudem heißt es am Ende des Films: „Das war für den 11.01. Wir kriegen euch alle.“

Im Bekennervideo ist die zerstörte Wohnung zu sehen. Die Behörden prüfen derzeit die Echtheit der Aufnahmen. Quelle: Webvideo / Vimeo

Die Behörden prüfen derzeit die Echtheit der Angaben, haben auch die Ankündigungen registriert und sind in Habachtstellung. Ebenso hat die Polizei Postings auf rechten Internetseiten vom Sonntagabend mitbekommen, auf denen gedroht wurde, als Rache nun jeden Tag Adressen von Antifaschisten zu veröffentlichen. In der Nacht zum Montag soll eine solche Liste mit Antifa-Privatadressen angeblich ebenfalls auf dem Online-Portal „Indymedia“ veröffentlicht, später aber wieder gelöscht worden sein.

luc / mpu /joka

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In einem Hostel im Zentrum-Süd hat es am Samstagabend eine Auseinandersetzung zwischen fünf Männern gegeben, drei wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Die Polizei war mit fünf Einsatzwagen vor Ort.

13.11.2016

Die befürchteten Krawalle blieben beim Derby zwischen der BSG Chemie und dem 1. FC Lok am Sonntag aus. Die Zusammenfassung des Tages.

13.11.2016

Der am Freitag bei einer Polizeikontrolle in Leipzig geflüchtete Autofahrer ist noch immer verschwunden. Die Polizei fand inzwischen jedoch den silbernen Audi, mit dem der Drogenkonsument einen Polizeiwagen rammte und davonraste. Ein Beamter hatte daraufhin auf den Wagen geschossen.

12.11.2016
Anzeige