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Videos überführen Gohliser Feuerteufel - Beweise am Leipziger Landgericht gezeigt

Videos überführen Gohliser Feuerteufel - Beweise am Leipziger Landgericht gezeigt

Langsam nähert sich der Mann dem Parkplatz in der Sylter Straße und peilt die Lage. Es ist der 17. September 2012, 23 Uhr. Der Mann sieht sich um, immer wieder.

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Der Angeklagte Marcus W. auf dem Weg in den Gerichtssaal.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Dann hockt er sich plötzlich hinter ein Auto. Nach etwa 30 Sekunden taucht er wieder auf und geht schnell weg. Drei Minuten später schlagen Flammen aus dem Kombi der jungen Eltern Mirko und Nicole P.

Die Szene stammt aus einem Überwachungsvideo der Leipziger Kripo, mit dem die Ermittler den Gohliser Serienbrandstifter Marcus W. (27) überführen konnten. Zu Beginn des dritten Prozesstages am Donnerstagmorgen wurde der Film auch im Gerichtssaal vorgeführt.

Was auffällt: Der Brandstifter bewegt sich nicht gerade wie jemand, der im volltrunkenen Zustand nicht mehr weiß, was er tut. Doch genau dies hatte Marcus W. ausgesagt. Er habe vor dieser Brandstiftung bis zu 14 Flaschen Bier getrunken und sei "rattenstraff" gewesen. Auf Anregung der Staatsanwaltschaft soll dieses Video sowie der Film einer Observation des Mobilen Einsatzkommandos kurz vor der Festnahme des Brandstifters am 2. November dem psychiatrischen Gutachter gezeigt werden. Der Experte war von der 5. Strafkammer beauftragt worden, den Geisteszustand des Angeklagtenzu überprüfen. Die Staatsanwaltschaft hielt den Angeklagten zunächst für voll schuldfähig.

Wie berichtet, hatte Marcus W. am zweiten Prozesstag gestanden, von Mitte September bis zu seiner Festnahme im November mehrere Brände gelegt zu haben. Mit seinem Benzinfeuerzeug habe er die Plastikstoßstangen der Pkw in Brand gesetzt. Elf Fahrzeuge und zwei Müllcontainer waren dabei in Flammen aufgegangen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann allerdings vor, bereits seit Dezember 2011 in seiner Nachbarschaft gezündelt und dabei 27 Fahrzeuge zerstört zu haben. Bei den Bränden entstand ein Schaden von rund 120.000 Euro.

Die Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Berthold Pfuhl hatnoch zwei weitere Verhandlungstermine anberaumt. Ein Urteil könnte am 24. April fallen. Frank Döring

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.03.2013

Frank Döring

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